Von Sabine Hochschwarzer-Dampf
Nachwuchssprintern wird am Samstag der blaue Teppich ausgerollt – und das mitten in der Maria-Theresien-Straße. Tirols beste junge Läufer messen sich mit Konkurrenz aus Südtirol und Trentino, im nächsten Schritt dann mit Österreichs Schnellsten. Wie das Projekt „SprintChampion“ von Tirol aus seinen Erfolgslauf nahm und was dahintersteckt.
Innsbruck – Wie so vieles begann es klein. Eigentlich sogar mit einem Abfallprodukt. Aus einer alten Rigupol-Laufbahn der einstigen WUB-Halle in Innsbruck bastelte Leichtathletik-Trainer Thomas Abfalter ein 1,2 Meter breite und rund 40 Meter langes schwarzes Kunststoffband, ergänzte um eine Zeitmessanlage samt Lichtschranken und Anzeigetafel. Inzwischen ist der Untergrund blau, die mobile Basis für den Tiroler SprintChampion blieb aber seit dem Jahr 2018 dieselbe.
Was ist der SprintChampion? Grundidee ist, Talente für die Leichtathletik zu finden. „Die Teilnahme ist kostenlos und ganz unkompliziert ohne Voranmeldung", erklärt Erfinder Abfalter, der mit Tiroler Versicherung und ASVÖ Tirol einst Partner fand, die bis heute geblieben sind. Nicht nur Sprint-Asse will man entdecken, sondern grundsätzlich Begeisterung für Sport, vornehmlich aber für die Leichtathletik, wecken. „Ohne den SprintChampion wäre ich nie zu diesem Sport gekommen“, sagt etwa Amelie Kofler. Die heute 18-Jährige war einst Starterin und unter den Schnellsten. Heute zählt die Haimingerin zu Österreichs Besten über 400 m und schaffte bereits das U20-WM-Limit.
Wer läuft mit? Am Samstag ist die Teilnahme beim 30-m-Sprint im Gegensatz zu den Vorausscheidungen, die in Tirol heuer seit Mai liefen, elitär. Nur die besten 40 TirolerInnen aus den rund 10.000 teilnehmenden der Altersklassen U8, U10, U12, U14, die sich vor zwei Wochen beim Landesfinale in Schwaz qualifizierten, sind dabei. Die GegnerInnen kommen aus Trentino und Südtirol. Mit dabei sind als Lokalmatadoren beispielsweise Christian Mark (U12) aus Aldrans, der schon seit Jahren beim SprintChampion teilnimmt oder auch Anna Eberharter (U14) aus Landeck, die zum ersten Mal bei einem Finale dabei ist. Beide wollen sie definitiv hoch hinaus. Sie sagen: „Einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein, wäre schon toll.“
Wo wird gelaufen? Das Euregio-Finale wechselt jedes Jahr in eine teilnehmende Region. Heuer ist erneut Innsbruck Schauplatz, zum nunmehr bereits dritten Mal, am Samstag ab 13.30 Uhr in der Maria-Theresien-Straße. Die Vorausscheidungen wurden in allen neun Bezirken ausgetragen, in Trentino und Südtirol ebenso auf lokaler Ebene. Die Schauplätze waren unterschiedlicher Natur: in Fügen etwa bei der Firma Opbacher, in Landeck am BRG Landeck-Perjen oder in Nussdorf-Debant am Sportplatz.
Wann steigt das nächste Finale? Der Tiroler SprintChampion hat sich über die Landesgrenzen hinweg etabliert, österreichweit steckt die Talentsichtung aber noch in kindlichen Schuhen mit Spikes. Erstmals steigt heuer aber ein nationales Finale, nachdem Österreichs Verband die Bundesländer zu Vorausscheidungen verpflichtet hatte. Am 28. November messen sich die TirolerInnen dann in der Sport Arena Wien (2. Bezirk) mit Kolleginnen aus allen Teilen Österreichs.
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