Was haben Mahatma Gandhi, Pamela Anderson und Steve Jobs gemeinsam? Sowohl der indische Publizist als auch die Schauspielerin und der Apple-Gründer sollen zumindest zeitweise als Frutarier gelebt haben. Das bedeutet: Sie hatten ihre Ernährung auf eine besonders strikte Form des Veganismus umgestellt. So wie etwa 10.000 andere Menschen weltweit.
Dass es tatsächlich nicht mehr sind, ist nicht wirklich verwunderlich. Denn wer sich genauer mit der Idee des Frutarismus auseinandersetzt, der stellt schnell fest: Diese Art der Ernährung gestaltet sich im Alltag ziemlich herausfordernd, kompromisslos und ist bei Experten auch nicht unumstritten.
Keine tierischen Produkte – weder in Lebensmitteln noch bei Kleidung oder Möbeln. Nach diesem Grundsatz leben Veganer . Ihr Ziel ist es, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, Nachhaltigkeit und Tierwohl zu fördern. Frutarier teilen dieses Credo, gehen dabei aber noch einen großen Schritt weiter. Sie essen nur das, was die Natur von sich aus hergibt . Denn sie sind der Überzeugung, dass tatsächlich alle Lebewesen – einschließlich der Pflanzen – ein Recht auf Unversehrtheit haben und vom Menschen nicht ausgebeutet werden dürfen.
Stattdessen propagieren sie durch die frutarische Lebensweise das Prinzip des „Nicht-Schadens“ : Die Mutterpflanze darf durch das Abpflücken/Abernten der Frucht nicht beeinträchtigt oder gar beschädigt werden. Besonders strenge Frutarier lehnen sogar den Pflückvorgang an sich grundsätzlich ab.
Der Begriff „Frutarier“ setzt sich aus den Worten „Frucht“ und „Vegetarier“ zusammen und ist damit eigentlich etwas irreführend. Denn Frutarier essen nicht ausschließlich Obst. Sondern beispielsweise auch Gemüse, das von der Mutterpflanze abgeworfen wird oder dessen Mutterpflanze ohnehin verwelkt, wenn die Frucht ausgereift ist.
Was essen Frutarier:
Was essen Frutarier nicht:
Natürlich ist das Angebot an Obst und Gemüse in unseren Supermärkten und Discountern auch in der kalten Jahreszeit schier unerschöpflich. Aber da Frutarier bei ihrer Ernährung großen Wert auf Nachhaltigkeit und Ökologie legen, achten sie beim Einkauf auch auf Regionalität und kurze Transportwege . Das schränkt die Auswahl an Lebensmitteln allerdings deutlich ein. Denn frisches Obst muss von weit her importiert werden und heimisches Wintergemüse – wie Wurzelgemüse oder Kohl – kommt bei Frutariern grundsätzlich nicht auf den Teller (siehe oben).
Stattdessen greifen sie im Winter oft auf konserviertes Obst oder Gemüse zurück, legen sich bereits im Vorfeld einen entsprechenden Vorrat an. Viele Naturprodukte lassen sich beispielsweise problemlos einkochen, einlegen, fermentieren, trocknen und natürlich einfrieren . So bleiben sie lange haltbar und verlieren kaum an Vitamin- und Mineralgehalt.
Eines der saisonalen Highlights für Frutarier während der Wintermonate ist die Edelkastanie (Maroni). Sie bringt nicht nur Abwechslung in den Speiseplan, sondern auch viele gesunde Nährstoffe wie Ballaststoffe, B-Vitamine, Magnesium und Kalium.
Diese Frage beantwortet der Ernährungsexperte Professor Claus Leitzmann folgendermaßen: „ Je dogmatischer die Ernährungsweise wird, desto höher ist die Gefahr der Unterversorgung. “ Bereits die etwa 800.000 Veganer in Deutschland müssen oft auf Ergänzungspräparate und Supplements zurückgreifen , um eine optimale Nährstoffversorgung für ihren Körper zu gewährleisten. Da Frutarier noch strikter und eingeschränkter essen, ist die Gefahr von Mangelerscheinungen und Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen bei ihnen noch einmal deutlich größer. Auch bei der Versorgung mit Proteinen kann es zu Problemen kommen.
Da sie überdurchschnittlich viel Obst essen, nehmen sie automatisch viel Fruchtzucker (Fructose) zu sich. Das kann sich negativ auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt auswirken. Außerdem steigt das Risiko für Karies, Diabetes, Nieren- und Leberprobleme, Schlaganfall und sogar für Krebserkrankungen.
Um diese Gefahren zu minimieren und stattdessen die gesundheitsfördernden Eigenschaften optimal zu nutzen (Vitamine, Antioxidantien, Ballaststoffe) sollte der Anteil von Obst an der gesamten Ernährung maximal 30 % betragen.
Die überwiegende Mehrheit von Medizinern rät daher auch davon ab, sich dauerhaft frutarisch zu ernähren. Das gilt ganz besonders für Kinder, Schwangere, ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen ! Wer sich dennoch – zumindest zeitweise – dafür entscheidet, der sollte zusammen mit einem Experten einen detaillierten Ernährungsplan ausarbeiten. Und sich engmaschig medizinisch betreuen lassen, um negative gesundheitliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können.
Auch unsere prominenten Beispielfrutarier gaben diese extrem strikte Form des Veganismus schlussendlich wieder auf. Mahatma Gandhi hielt fünf Jahre lang durch, kehrte aber nach einer Rippenfellentzündung wieder zum Vegetarismus zurück. Bei Steve Jobs blieben vom zeitweisen Frutarismus schließlich noch der Firmenname „Apple“ und der angebissene Apfel als Firmenlogo. Und damit zumindest der Beginn einer wirtschaftlichen und technologischen Erfolgsgeschichte.
Wie auch beim Veganismus ist der Frutarismus mehr als eine besondere Form der Ernährung. Nachhaltigkeit und ein bewusster Umgang mit unserer Umwelt und den natürlichen Ressourcen spielt für Frutarier in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. Das gilt unter anderem auch für Hobbys und Freizeit, Konsumverhalten, Wohnen, Mobilität oder Urlaub.
Das hat auch Auswirkungen auf ihr soziales Miteinander und ihre Beziehungen – sowohl auf Freundschafts- als auch auf Partnerschaftsebene. Wer sein Leben mit einem Frutarier teilt, wird mit ihm/ihr sicher keine gemeinsame Kreuzfahrt buchen, Fallschirm springen, im Fast Food-Lokal essen gehen oder einen PS-starken SUV anschaffen. Dafür erwartet ihn/sie ein achtsames Gegenüber, dessen Werte und Prioritäten neue Sichtweisen eröffnen, Anregung und Inspiration sein können. Und das ihm/ihr – wie allen Daseinsformen – Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringt. Denn gemäß der Grundphilosophie ihrer Lebensweise pflegen Frutarier auch in ihren Beziehungen Beständigkeit und Tiefe anstelle von Oberflächlichkeit und Kurzlebigkeit.
Übrigens: Genau solche Persönlichkeiten finden auf no-longer-single.de zusammen! Naturverbunden, achtsam, gefühlsstark, hochsensibel, spirituell und nachhaltig lebende Menschen, die sich gegenseitig als Freunde, Partner und Wegbegleiter bereichern.
Einfach anmelden und Ihren Lebensmenschen begegnen!