Inhaltsverzeichnis 1. Ist-Situation
2. Ziele der beruflichen Orientierung
3. Phasen der Berufsorientierung und deren Zielsetzung
6. Zusammenarbeit mit den Eltern und externen Partnern
8. Evaluation und Zuständigkeiten
In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2024 für jeden Schulabgänger im Schnitt 1,68 Ausbildungsplätze. Weiterhin gab es 3.500 unbesetzte Lehrstellen und 2.100 Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchten. Die Ausbildungsmarktbilanz 2024 beschreibt den Ausbildungsmarkt in MV als attraktiven Bewerbermarkt. Trotzdem muss festgestellt werden: „Die Lösungsquote bei den dualen Ausbildungsverträgen ist bundesweit im Jahr 2022 auf 29,5 Prozent gestiegen, was einem neuen Höchststand entspricht (der zuvor bei 26,9 Prozent im Jahr 2019 gelegen hatte). Das meldet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Ressortforschungseinrichtung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in einem aktuellen Bericht. Auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder berechnet das BIBB jährlich die Vertragslösungsquote. Im Berichtsjahr 2022 wurden demnach insgesamt 155.325 duale Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst.“ (https://www.news4teachers.de/2023/11/rekordhoch-ausbildungsvertragsloesungen-erreichen-fast-30-prozent/) Obwohl die Berufsorientierung an unserer Schule einen immer breiteren Stellenwert einnimmt, die Schüler durch verschiedene Maßnahmen, Projekte und Praktika angeleitet werden, sich mit ihren Neigungen, Wünschen und Möglichkeiten auseinanderzusetzen, stellen wir fest, dass ca. 25% der Schulabgänger zum Zeitpunkt der Zeugnisausgabe keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben.
Unser Ziel in der Berufsorientierung ist es, die Schülerinnen und Schüler optimal bei der Auswahl eines passenden Ausbildungsberufs zu unterstützen, um vorzeitige Abbrüche und Wechsel zu vermeiden. Dabei berücksichtigen wir die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft und arbeiten eng mit den Firmen im Klützer Winkel zusammen. Konkret bedeutet das, die Berufswahlkompetenz zu stärken mit dem Ziel
Um unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten und frühzeitig praxisnahe Erfahrungen zu ermöglichen, finden in den Schuljahrgängen 8-10 insgesamt 5 Praktikumswochen statt. Ab dem Schuljahr 2026/27 werden in der Klassenstufe 8 ein zweiwöchiges Praktikum, in Klassenstufe 9 ein zweiwöchiges Praktikum und in Klassenstufe 10 im 1. Halbjahr ein einwöchiges Schulpraktikum durchgeführt. (Hinweis: Im Schuljahr 2025/26 wird letztmalig ein zweiwöchiges Praktikum in der Klassenstufe 10 durchgeführt, da dieser Jahrgang in der Klassenstufe 8 nur eine Praktikumswoche absolviert hatte!)
Ein entscheidender Baustein der Vorbereitung unserer Schülerinnen und Schüler auf einen erfolgreichen Übergang von der Schule ins Berufsleben wird ab dem Schuljahr 2025/26 der Praxislerntag sein. Während eines halben Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler einmal wöchentlich ca. 6 Stunden in Betrieben und Einrichtungen der näheren Umgebung verbringen, um praktische Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu erlangen. Die dort gewonnenen Erfahrungen werden Ihnen helfen, ihre Stärken und Interessen zu erkennen und noch gezielter eine fundierte Entscheidung für ihren späteren Berufsweg zu treffen. Die Organisation des Praxislerntages erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Handwerksbetrieben und weiteren Partnern der Region. In Vorbereitung auf diesen Praxislerntag wird in jedem Jahr eine Elternversammlung durchgeführt, die vom BO-Kontaktlehrer geleitet wird und an dem die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen und deren Klassenlehrer teilnehmen. Im Rahmen des Deutschunterrichts werden die Bewerbungen an die Betriebe und Einrichtungen geschrieben, so dass am Ende der 8. Klasse bzw. am Ende des 1. Schulhalbjahres der 9. Klasse jeder Schüler und jede Schülerin einen Vertrag zum Praxislerntag vorweisen kann.
Die Ziele der schulischen Berufsorientierung und deren inhaltliche Umsetzung können nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und externen Partnern erreicht werden. So informieren die Klassenleiter zu Beginn des Schuljahres die Elternschaft über die im Schuljahr geplanten Aktivitäten. Geplante Maßnahmen und deren Umsetzung werden im Rahmen von Elternabenden besprochen. Ferner werden Ergebnisse und Zwischenstände des individuellen Prozesses der beruflichen Orientierung in separaten Einzelgesprächen mit den Erziehungsberechtigten und den Schülern in den Jahrgangsstufen 9 und 10 erläutert. Die folgenden größtenteils regionalen Kooperationspartner arbeiten eng mit der Schule zusammen:
Da die Berufliche Orientierung nur fachübergreifend und fächerverbindend erfolgen kann, werden alle Kolleginnen und Kollegen der Schule über die einzelnen Phasen des BO-Konzeptes ausführlich informiert. Seit mehreren Schuljahren besucht das gesamte Kollegium Firmen der Region.( z.B. „EGGER Holzwerkstoffe“, „PALMBERG Büroeinrichtungen“ usw.) Mit Betriebsführungen und einem Austausch zum Ausbildungskonzept der jeweiligen Firma wird eine Kooperation aufgebaut, die den Schülerinnen und Schülern Betriebsbesichtigungen, Praktika und Hilfen beim Bewerbungsprozess ermöglicht. Der AWT- Lehrer der Schule ist im Rahmen der „Mission ICH“ qualifiziert worden und arbeitet als Multiplikator. Weitere Kollegen werden in Zukunft an der Fortbildung der Universität Rostock teilnehmen und ihre Kenntnisse in den angebotenen Übungsräumen erweitern und festigen.
Die Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen zur Berufsorientierung, beginnend mit Klasse 5 und endend mit der Mittleren Reife in Klasse 10, ist eine umfassende Aufgabe aller Unterrichtsfächer und aller Kollegen und Mitarbeiter der Schule. Die Koordination, Umsetzung und Evaluation der Maßnahmen erfolgt unter der Führung des BO-Teams, welches aus jeweils einem verantwortlichen Lehrer der Klassenstufe 5-6, der Klassenstufe 7-8 und 9-10 besteht. Die Verantwortlichkeiten werden jährlich festgelegt und die Zusammenarbeit durch den verantwortlichen BO-Kontaktlehrer koordiniert.