Der DFB hat Jürgen Klopp offiziell als neuen Bundestrainer vorgestellt. SPOX begleitete die Präsentation im Liveticker - hier findet Ihr alle Aussagen.
Klopp über den Verbleib von Rudi Völler: "Rudi ist für mich ein wahnsinnig wichtiger Ansprechpartner. Ich will alles von ihm wissen. Alle Informationen will und muss ich irgendwann haben, dafür brauche ich ihn."
Klopp über seine Stärken: " Jeder Mensch muss von Zeit zu Zeit herausgefordert werden. Für mich war klar, dass das hier passieren muss. Meine größte Stärke ist, zu wissen, wo ich nicht top bin. Es gibt ein paar Dinge, die kann ich relativ gut. Ich möchte, dass wir hier das perfekte Paket bereitstellen. Ich möchte nichts außer Acht lassen, nichts vergessen."
Klopp über seine Kleidungswahl an der Seitenlinie: "Mit Krawatte auf keinen Fall. Ich bin älter geworden. Mal gucken. Ich hatte gerade die Gelegenheit in den letzten Jahren, mich neu einzukleiden. Da habe ich das Gefühl, das passt eher in die neue Aufgabe, als das davor."
Klopp über seine ersten vier Länderspiele zwischen dem 24. September und 4. Oktober: "Wir müssen den Spagat schaffen zwischen Entwicklung und Performen. Im Grunde genommen wird es kein wildes Casting geben, aber ich habe gar kein Problem damit, wenn sich alle zeigen wollen. Wir müssen aber auch gucken, wo man das umsetzen kann und in welchen Spielen das geht."
DFB-Präsident Neuendorf über die Aufgabe von Klopps Ex-Berater Kosicke: "Wir haben gemerkt, dass Marc ein extrem wichtiger Ansprechpartner für Jürgen ist. Es war klar, dass die beiden so eng miteinander verwoben sind, dass sie nur im Paket zu haben sind. Die Frage ist dann immer, in welcher Rolle. Jürgen hat es als Co-Trainer bezeichnet. Für administrative Dinge, die abseits des Rasens stattfinden. So ist unser Verständnis. Marc soll diese Aufgaben künftig übernehmen. Nicht als DFB-Mitarbeiter, aber er hat jeden Zugang und stimmt sich ab. Er ist eine wichtige Schnittstelle in den Verband hinein. Kommunikation, Sponsoren, Marketing - all diese Fragen, die das Trainerteam jenseits des Fußballs beschäftigen."
Klopp über seine Arbeit, die keinen Alltag auf dem Trainingsplatz vorsieht: "Ich bin ja nicht doof. Aber das ist kein Problem. Ich muss nicht mehr jeden Tag auf dem Platz stehen, das habe ich in meinem Leben genug getan."
Klopp über seinen Eingriff in die DFB-Struktur: "Ich will sehr in die Strukturen reingehen. Wer Jürgen holt, kriegt ihn. Immer wenn es nicht lief, wurde dem Bundestrainer vorgeworfen, dass er nicht genug da ist und sich nicht genug Spiele anschaut. Die Kritik ist absolut in Ordnung, aber auch da kann man es nicht allen Recht machen. Auf jeden Fall möchte ich das aber verbessern. Ich will die Zeit nutzen und viel arbeiten. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich viel anschieben. " Und mit Blick auf sein Debüt am 24. September gegen die Niederlande: "Es sind noch zwei Monate bis zum ersten Spiel. Und dann auch noch in Holland. Eieiei."
Klopp über die Erwartungen an die Nationalelf: "Die Erwartungshaltung in Deutschland ist Wahnsinn. Stellen Sie sich vor, Nagelsmann hätte gesagt: endlich mal wieder ins Halbfinale kommen. Was soll man sagen? Natürlich wollen wir die höchsten Ziele erreichen. Wir sollten uns klarmachen, dass wir dafür Zeit brauchen."
Klopp über den Kontakt zu seinem neuen Team: "Den Kontakt zur Mannschaft kann ich trotz der wenigen Trainingseinheiten haben. Alles andere findet im Gespräch statt. Meines Wissens nach haben die alle ein Telefon und dann gucken wir mal, was man da machen kann. Ich werde mir die Spiele angucken und ihnen mein Feedback geben, das ist auch Kontakt."
Klopp über mögliche Debütanten: "Ich bin über die Namen gegangen und hatte einen extrem positiven Blick auf die Mannschaft. Wir haben unglaublich viel Talent. Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden. Die müssten jetzt 20 sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen."
Klopp über seinen Job als TV-Experte bei der WM: "Die Kraft des Fußballs liegt darin, Leute zusammenzubringen. Die WM war die beste Fortbildungsmaßnahme, die ich haben konnte. Die Atmosphäre in den Stadien war außergewöhnlich. Die Vorfreude, die die Menschen hatten, war unglaublich."
Klopp über Kimmich als Rechtsverteidiger: "Ich habe Ideen, aber noch mit niemandem gesprochen. Ich werde hier keine Position verteilen. Spielen wird, wer sehr gut ist, richtig Bock hat. Und in dem Moment, wenn er das Trikot anzieht, noch ein bisschen besser wird."
Klopp über das Verständnis von der DFB-Elf: "Wir brauchen eine realistische Erwartungshaltung. Es ist nicht wichtig, wie Frankreich, Spanien, Argentinien oder sonst wer zu sein, wir sind wie wir. Wir sind nicht so gut wie Frankreich, schlagen können wir sie trotzdem. Wenn das erste Länderspiel ist, habe ich die Nationalmannschaft seit Sonntag zusammen, das Spiel ist an einem Donnerstag. 4 Tage. Dann fragt ihr mich: Bist du mit den Fortschritten zufrieden? Ich möchte gerne Fortschritte sehen. Es geht darum, dass die Jungs mir zeigen, dass es etwas ganz Besonderes ist, für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich werde es nicht allen recht machen können. Ich versuche alles richtig zu machen in unserem Sinne. Für mich war es ein Gedanke, wenn ich mir vorstelle, wir werden in vier Jahren Weltmeister, dann fühlt sich das gut an. Wenn wir das alle gemeinsam machen und wir stellen uns vor, das wäre so. Am nächsten Tag wäre der Nachbar nicht so ein Arsch, das Wetter wäre nicht so schlecht, Merz würde nicht alles falsch machen."
Klopp über mögliche Neulinge: "Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen. Weil ich gerne mutig sein werde. Das war ich schon immer und werde ich auch bleiben. Ich habe Lust, mit Jungs zusammenzuarbeiten, die einen Fußball spielen, der allen gefällt. Das ist nicht immer sofort erfolgreich, aber ich möchte erreichen, dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: wow."
Klopp über seine mögliche Systematik: "Ein bisschen intensiver hätten die Spiele bei der WM schon sein können. Gegenpressing wird ein wichtiges Thema sein, eine stabile Formation, eine klare Fußballidee. Mit allen Unwägbarkeiten. Wir werden keine Manndeckung spielen. Aber die beste Mannschaft in Deutschland spielt Manndeckung. Das ist eine Herausforderung, muss man sehen. Das ist in anderen Ländern nicht anders." Zudem sprach der über die WM: "Die Mannschaften, die das Turnier gewinnen konnten, haben hinten mit vier Mann gespielt. Das werden wir auch tun. Wir werden auch mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Generation sind auf dem Flügel."
Klopp über Nagelsmann: "Es gab keinen Austausch. Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag. Ich respektiere ihn total. Der Tag mit dem Noch-Satz war einer der schlechteren meines Lebens. Da war mir klar, jetzt platzt die Bombe. Hätte ich gerne darauf verzichtet. Ich habe mich entschuldigt, ist akzeptiert. Ich glaube, da liegt nichts im Argen. Ich wünsche ihm nur das Beste. Ich glaube heute ist für Julian ein guter Tag, dass das Kapitel abgeschlossen ist."
Klopp über seinen Alltag: "Meinen Alltag kenne ich noch gar nicht. Ich bin froh, dass es nicht morgen losgeht. Dann wäre ich leicht überfordert. Mir wurden eben die Räumlichkeiten gezeigt, es sind Büros vorhanden. Ich werde hier ganz bestimmt oft sein. Ich werde mir die Spiele anschauen, in jedem Land, in dem unsere Spieler unterwegs sind, hundertprozentig. Ich bin es nicht gewohnt, ein Spiel zu gucken, wo ich nur auf einen Spieler achte. Aber ich werde versuchen, mit den Spielern relativ zügig in Kontakt treten zu können. Das wird so die erste Aufgabe sein."
Klopp über Spieler im Blickfeld: "Ich habe mir 57 Feldspieler angeguckt. Wir hatten viele gute Spieler bei der WM, die nicht sonderlich gut gespielt haben. Es ist alles andere als schlecht, aber in jedem Fall verbesserungswürdig."
Klopp über sein Trainerteam inklusive Ex-Berater Kosicke: "Er ist mein Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation. Wir müssen nicht nur besser Fußball spielen, wir wollen auch ganz andere Dinge ändern. Wir wollen als Trainerteam ein Paket darstellen. Ich war noch nie ein Trainer, der einfach nur vorbeikommt und die Jungs durchbewegt und dann nach Hause fährt, wenn das Training rum ist. Ich habe mich schon immer gekümmert um Dinge, die im Verein abgelaufen sind. Jetzt ist es ein Verband, jetzt ist es ein Land. Ich habe mich immer verantwortlich gefühlt in dem jeweiligen Verein. Allen, die Fußballfans sind in diesem Land, fühle ich mich verpflichtet. Und das bedeutet: Den Job so gut wie möglich zu machen." Neuzugang Sven Bender heb er hervor: "Ich kenne ihn lange, finde die Situation perfekt. Ein junger Trainer, der schon beim DFB gearbeitet hat, der Nationalspieler war. Der die Abläufe kennt. Die kenne ich nicht. Aus sehr guten Gründen durfte ich hier in dieses Gebäude nie rein - mit Fußballschuhen."
Klopp weiter: Klopp spricht deutlich über die Medien und erwartet von ihnen einiges. "Ich war ein wenig überrascht, wie viel, wie schnell rauskam. Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch. Ich werde dafür gut bezahlt, das ist klar. Aber an dem Tag, an dem ihr das nicht mehr wollt, sagt es: dann bin ich weg! Ohne Abfindung. Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Nicht einzelne, müsste schon mehr sein. Wenn der DFB sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, dann bin ich weg! Ich mache den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian umgeht. Ihr sollt wissen, dass es nur um die Sache geht. Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft. Das ist idealerweise der Höhepunkt meiner Karriere. Ich werde alles da reinlegen, was mir zur Verfügung steht."
Klopp spricht: "Es ist eine große Ehre, hier heute zu sitzen. Was bei mir in den letzten Tagen passiert ist, ist dass ein Film abläuft: Wo ging alles los, wo kommt man her? Ich hatte schon eine Ahnung, wie groß das Amt des Bundestrainer ist. Aber wenn man damit in Verbindung gebracht wird, spürt man die Verantwortung noch mehr." Es sei für ihn "unvorstellbar gewesen, dass es mal so weit kommt". Klopp spricht zudem explizit die Medien an, die er zuletzt "nicht vermisst" hat und nimmt die Journalisten ins Boot. Man solle künftig "auf dem gemeinsamen Weg richtig vor schnell stehen in der Berichterstattung". Denn: "Wir brauchen auf diesem Weg auch euch." Er zeigt sich "verwundert, noch nicht verärgert", dass in den letzten Tagen immer wieder so viele Informationen durchgesickert seien.
Watzke spricht: Der Vizepräsident spricht von einem "besonderen Tag". Er habe sich darüber amüsiert, dass es kritisiert wurde, man habe sich auf einen Kandidaten früh festgelegt: "Wenn du der Meinung bist, das ist der Beste, dann musst du es machen", so Watzke.
Neuendorf über Red Bull: Der Präsident dankt Oliver Mintzlaff für die Gespräche und sagt, dass man gemeinsam der Meinung war, dass eine Doppelfunktion von Klopp sich schwer hätte vereinbaren lassen. Klopp wird daher seine Aufgabe bei Red Bull gänzlich beenden. Als Gegenleistung spendet der DFB an die RB-nahe Stiftung "Wings for Life" eine Million Euro und sagte dem Standort Leipzig zudem drei Länderspiele der Männer zu.
Neuendorf spricht: Der Präsident erklärt, dass nach einer morgendlichen Sitzung am Freitag alle Gremien zugestimmt und Klopps Verpflichtung durchgewunken haben. Zudem sagt Neuendorf, dass Sven Bender dritter Co-Trainer von Klopps Team wird. Neuendorf bezeichnet Klopp als "Wunschlösung", "richtigen Mann am richtigen Platz" und "großartigen Motivator" und betont, dass stringent geführte Gespräche mit ihm geführt wurden. Klopp erhält ab 15. August einen Vertrag bis Sommer 2030. Zudem bestätigt Neuendorf, dass Mertesacker ab dem 1. Januar 2027 Nachfolger von Rettig als Sportdirektor wird.
PK startet: Es geht los in Frankfurt. Neben Klopp sitzen DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke auf dem Podium.
Vor Beginn: Zwei Dinge sind vor der PK bereits durchgesickert und dürften in Kürze bestätigt werden. Per Mertesacker folgt als Sportdirektor wohl auf den zum Jahresende ausscheidenden Andreas Rettig . Und: Neben den beiden Co-Trainern Peter Krawietz und Pepijn Lijnders bringt Klopp offenbar auch seinen l angjährigen Vertrauten und Berater Marc Kosicke mit zum DFB .
Vor Beginn: Die Vorstellung findet um 11 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz am DFB-Campus in Frankfurt an Main statt.
Vor Beginn: Hallo und herzlich willkommen zum Liveticker der Vorstellung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer.
Die Vorstellung von Jürgen Klopp ist bei mehreren Anbietern live zu sehen. Die ARD überträgt die Pressekonferenz im Free-TV sowie kostenlos im Livestream auf sportschau.de und in der ARD- Mediathek. Zudem zeigen ZDFheute , DFB-TV, ran.de und Joyn die Veranstaltung gratis.
Auch Sky Sport News ist live dabei. Sky -Kunden können die Präsentation zusätzlich über SkyGo verfolgen, alternativ steht der Stream bei WOW zur Verfügung.
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