Beim DFB plötzlich nur noch in "Kader zwei": So will Jürgen Klopp Florian Wirtz aus der Krise hieven | SPOX

Beim DFB plötzlich nur noch in "Kader zwei": So will Jürgen Klopp Florian Wirtz aus der Krise hieven | SPOX

Florian Wirtz tut sich in Liverpool weiter schwer, beim DFB soll er sich freischwimmen.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich aus "Kader eins" im XXL-Aufgebot von Jürgen Klopp eine neue deutsche Stammelf zu basteln. Marc-André ter Stegen im Tor, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck im Abwehrzentrum, flankiert von Yann Aurel Bisseck und Nathaniel Brown, davor Kapitän Joshua Kimmich, Felix Nmecha und Jamal Musiala sowie ein scharfer Dreizack mit Lennart Karl, Kai Havertz und Serge Gnabry. Sechsmal FC Bayern, ein starkes Team - ohne Florian Wirtz. Denn der England-Legionär, der sich in Liverpool noch immer so schwer tut, steht nur in "Kader zwei".

Nun ist der neue Bundestrainer klug genug, derartige Interpretationen von sich zu weisen. Er unterscheide nicht in "A- oder B-Mannschaft", betonte Klopp bei der Präsentation seiner 44er-Liste für die Nations League. Die Bayern etwa, erläuterte er, spielten ja freitags und seien bei seinem Debüt am kommenden Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande ausgeruhter als jene Profis, die erst am Sonntag auflaufen - wie Wirtz beim AFC Bournemouth. Und doch bleibt die Frage nach dem Platz für den hochtalentierten 23-Jährigen.

Zumal Klopp kürzlich noch mit Blick auf Wirtz betont hatte: "Wer bei uns mitspielen will, da muss Gegenpressing mit dabei sein!" Am Donnerstag bekräftigte er seinen Ansatz mit dem Schwerpunkt defensiver Stabilität und betonte: "Denkst du nur offensiv, wird dich die Defensive immer killen."

Was das für Wirtz bedeutet? Arbeit! Klopp will ihm dabei helfen. "Wir müssen dafür sorgen, dass Flo sich bei uns wohlfühlt und einfügen kann in das, was wir von ihm möchten", sagte der Bundestrainer: "Bei uns darf er dann hoffentlich einfach Flo sein."

Wenn auch zunächst "nur" in Spiel drei und vier in München gegen Serbien und in Griechenland. Dann womöglich sogar mit seinem einst kongenialen EM-Partner Musiala, der als einer der wenigen Stars aus "Kader eins" auch nach dem großen Spielertausch bei Klopp bleiben soll. Bei der WM haben "Wusiala" allerdings nicht mehr funktioniert - der Münchner war nach seiner schweren Verletzung noch nicht wieder auf der Höhe und Wirtz wirkte links außen verloren.

Klopp allerdings sieht ihn auf der Zehn, wo auch Musiala sein natürliches Habitat hat. "Sie haben bei Liverpool jetzt absolut verstanden, wo er spielen muss", sagte Klopp über Wirtz und dessen Spielmacher-Rolle unter dem neuen Reds-Coach Andoni Iraola: "Das ist im Zentrum, in den Halbräumen."

Zur erhofften Leistungsexplosion hat das noch nicht geführt, nach fünf Einsätzen steht eine Vorlage auf Wirtz' Leistungsnachweis. Ihn nur nach Toren und Assists zu beurteilen, sei aber ungerecht, meinte Klopp. Ihm reiche es, wenn Wirtz alles gebe, er wolle "dem Jungen das Gefühl geben: Das war heute mehr als in Ordnung. Das hat uns als Mannschaft geholfen." Heißt: Räume öffnen, für andere ackern, damit sie glänzen können.

Das hat Klopp Wirtz so auch schon mitgeteilt. "Ganz cool" sei der Erstkontakt gewesen, sagte Wirtz. Klopp fand ihn "sehr angenehm" und berichtete, er schreibe Wirtz "hier und da", was ihm auffalle. "Jetzt kennen wir uns", sagte der Bundestrainer, "der erste Schritt ist gemacht." Viele weitere sollen folgen - auch in "Kader eins".

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