Auch, weil er sauer auf Hoeneß war? Rummenigge soll Eberl die Stimme zur Verlängerung verweigert haben | SPOX

Auch, weil er sauer auf Hoeneß war? Rummenigge soll Eberl die Stimme zur Verlängerung verweigert haben | SPOX

Der langjährige Vorstandsvorsitzende soll sich laut eines Medienberichts bei der entscheidenden Abstimmung über die Vertragsverlängerung von Max Eberl enthalten haben. Die Gründe dafür sollen nicht nur inhaltlicher Natur sein.

Fast 30 Jahre lang waren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gemeinsam die zwei prägendsten Macher beim FC Bayern München. Ohne den Manager, später Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Hoeneß und den Vize-Präsidenten und später Vorstandsvorsitzende Rummenigge ging seit Beginn der 1990er-Jahre nichts beim FCB.

Der dauerhafte Aufstieg der Bayern zu einem der größten und erfolgreichsten Klubs der Welt wäre ohne die beiden Ex-Spieler nicht denkbar gewesen. Während ihres langen gemeinsamen Weges - sie spielten 1974 erstmals zusammen - befruchteten sie sich gegenseitig. Auch weil sie sehr oft total unterschiedlicher Meinung waren und sich intern auch gerne zofften (und immer wieder versöhnten). Die bayerische Streitkultur wurde zum Teil der DNA der Münchner wie das Mia san Mia.

Nun sollen sie bei einer wichtigen Zukunftsfrage der Bayern wieder sehr unterschiedlicher Meinung gewesen sein - und bei einer entscheidenden Wahl im Aufsichtsrat sogar unterschiedlich abgestimmt haben.

Wie Sport1 berichtet, soll Rummenigge sich enthalten haben in der Aufsichtsratssitzung, in der nach langem Hin und Her während der vergangenen Saison die Vertragsverlängerung von Sportvorstand Max Eberl entschieden wurde. Rummenigge soll Eberl also die Stimme verweigert haben.

In der Regel erfolgen derlei wichtige Abstimmungen über Personalvorstände nach den üblichen und mitunter durchaus langwierigen und leidenschaftlichen Diskussionen einstimmig.

Doch während die übrigen Mitglieder des Kontrollgremiums, angeführt von Hoeneß und Präsident Herbert Hainer, Eberls neuen Kontrakt bis 2029 absegneten, setzte der langjährige Vorstandsvorsitzende demnach ein deutliches Zeichen der Skepsis. Diese Enthaltung, sollte die Information des Portals stimmen, könnte als klare Botschaft an die sportliche Führung des Rekordmeisters und als Kritik an der Art und Weise der Entscheidungsfindung interpretiert werden.

Unabhängig davon haben die Bayern nunmehr die Verträge aller sportlichen Hauptverantwortlichen, nach Trainer Vincent Kompany, Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Eberl folgte am Mittwoch nun auch Sportdirektor Christoph Freund, bis 2029 verlängert.

Erst am Montag hatte Hoeneß bei einem Event der Basketballer des FC Bayern schmunzelnd erzählt, dass er intern "richtig Ärger" bekommen habe wegen einer Aussage von ihm, die er Ende Juli am Rande des Trainingslagers am Tegernsee geäußert hatte. Damals hatte Hoeneß die Wahrscheinlichkeit einer Vertragsverlängerung mit Eberl mit „im Moment, glaube ich, 100 Prozent“ beziffert. Damit hatte er seine eigene Äußerung vom Mai korrigiert, als er auf die gleiche Frage kurz vor Anpfiff des DFB-Pokalfinals Eberls Chancen noch auf "60 zu 40 Prozent" beziffert und von Zweifeln im Kontrollgremium gesprochen hatte.

Hoeneß war daraufhin - unabhängig vom Inhalt seiner Aussagen völlig zu Recht - von vielen Seiten kritisiert worden für die menschlich fragwürdige Attacke seines Nachfolgers zum unmöglichsten Zeitpunkt. Am Tegernsee wollte er, als sich die Vertragsverlängerung nach dem erfolgreichen Transfersommer der Münchner längst anbahnte, die Sache wohl wieder gut machen - und zog sich prompt den nächsten Ärger ein. Diesmal allerdings von seinem langjährigen Partner.

Rummenigge bewerte laut Sport1 die Arbeit Eberls weiterhin kritisch. Zudem soll er nicht bereit sein, jede Personalie, die im Vorfeld bereits durch Hoeneß und Hainer im Präsidialausschuss forciert wurde, einfach durchzuwinken. Damit verdeutlicht Rummenigge, dass er innerhalb des mächtigen Gremiums eine eigenständige Rolle einnimmt und sich nicht automatisch dem Kurs des Ehrenpräsidenten anschließt.

Manche Dinge scheinen sich eben nie zu ändern beim FC Bayern.

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