Beim 2:0-Auftaktsieg von Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV erwischte Samuele Inacio einen Abend zum Vergessen.
Der 18-Jährige kam in der 74. Minute beim Stand von 2:0 für Konstantinos Karetsas ins Spiel . Lange blieb dem Italiener allerdings nicht, um sein Können zu zeigen. Nur zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung kam er in einem Zweikampf mit Albert Grönbaek zu spät und traf den Hamburger mit ausgestrecktem Bein am Knöchel. Schiedsrichter Felix Zwayer zögerte nicht lange und zeigte dem Youngster folgerichtig die Rote Karte.
Dessen Frust entlud sich anschließend auch abseits des Rasens. Der Offensivspieler schleuderte in den Katakomben eine Flasche mehrfach gegen eine Wand. Eine davon traf ausgerechnet das BVB-Wappen mit voller Wucht. Bei den Dortmunder Anhängern dürfte diese Szene entsprechend wenig gut angekommen sein.
Nach dem Abpfiff zeigte Kapitän Waldemar Anton im Sky -Interview dennoch Verständnis für seinen Mitspieler. "Das sind Emotionen, mein Gott. Das gehört dazu. Ich glaube nicht, dass er das so meint. Es sieht schlecht aus, aber das sind die Emotionen, die aus einem herauskommen. Ich habe lieber so einen Spieler, der sauer ist, als wenn es ihn nicht interessiert." Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hielt dagegen und kritisierte: "Das finde ich noch schlimmer als das Foul. Am Ende ist es das Logo, und das geht nicht."
Über das Foul selbst sagte Anton: "Ist natürlich eine brutale Aktion. Er ist ein junger Spieler und sehr motiviert reinzukommen. Es fängt bisschen schon vorne an. In der zweiten Halbzeit wurden wir ein bisschen unsauber. Es ist natürlich ärgerlich für den Jungen, weil er enorme Qualitäten hat. So eine Rote Karte zu bekommen, ist maximal bitter."
Unterstützung bekam Inacio anschließend auch von Trainer Niko Kovac. Der BVB-Coach wollte seinem Spieler keinen Vorwurf aus der Aktion machen. "Er kam zu spät, da muss er nicht runter. Er trifft ihn, kann man geben. Jetzt kam ich gerade in die Kabine. Der Junge saß da weinend. Man kann sich vorstellen, wie der Junge sich gefühlt hat. Erste Rote Karte hier als Bundesliga-Profi in diesem Stadion. Hat der Mannschaft sicherlich keinen Gefallen getan. Sie können sich vorstellen, wie es in einem Jungen so vorgeht."
Auf die Frage, was er seinem Schützling anschließend mit auf den Weg gegeben habe, antwortete Kovac: "Das Leben geht weiter. Das macht man ja nicht mit Absicht. Er muss daraus lernen. Das ist ja das, was wir wollen. Der Junge ist emotional dabei."
Für Inacio war es erst das zweite Pflichtspiel der laufenden Saison. Bereits im Supercup gegen den FC Bayern (1:2) war der Offensivspieler zum Einsatz gekommen. Sein Debüt im Profiteam hatte der Italiener in der vergangenen Spielzeit gefeiert, ehe er im Sommer endgültig aus der Reservemannschaft in den Profikader aufrückte.
Der Platzverweis für Inacio war für den BVB allerdings nicht der einzige Wermutstropfen am Samstag. Beim Liga-Triumph musste zudem Star-Neuzugang Giannis Konstantelias, der das Tor zum 2:0 schoss, womöglich mit einer schweren Knieverletzung ausgewechselt werden . Bereits am Dienstag wartet auf den BVB die nächste Aufgabe: In der ersten Runde des DFB-Pokals geht es gegen den Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club.