Droht Manchester City sogar der Zwangsabstieg? Schlinge im "Fußball-Prozess des Jahrhunderts" zieht sich zu | SPOX

Droht Manchester City sogar der Zwangsabstieg? Schlinge im "Fußball-Prozess des Jahrhunderts" zieht sich zu | SPOX

Für Manchester City wird es im "Fußball-Prozess des Jahrhunderts" eng. Wegen Verstößen gegen die Finanzregeln drohen harte Strafen.

Droht Manchester City der Zwangsabstieg? Die Aberkennung von Titeln gar? Im "Fußball-Prozess des Jahrhunderts" zieht sich die Schlinge um den englischen Vizemeister immer weiter zu. Laut Medienberichten ist der Premier-League-Klub wegen Verstößen gegen Finanzregeln in 114 von 115 Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Ein Ende des seit 2023 laufenden Verfahrens ist allerdings weiter nicht in Sicht.

Laut dem Portal The Athletic ist über die Sanktionen zwar noch nicht entschieden worden, die unabhängige Kommission sei jedoch zu der eindeutigen Entscheidung gelangt. Auch die BBC berichtet, dass City in einem "Großteil" der Anklagepunkte für schuldig befunden worden sei. Die Vorwürfe zielen auf das Geschäftsgebaren der milliardenschweren Klubbesitzer aus Abu Dhabi, die City 2008 übernommen hatten.

Der Klub verwies in einer ersten Reaktion auf das laufende Verfahren der Premier League. "Wesentliche Teile müssen noch abgeschlossen werden", hieß es in einem Statement. Der Traditionsklub hatte zuletzt jegliches Fehlverhalten abgestritten.

Für die britische Presse ist das Verfahren schon jetzt der "Fußball-Prozess des Jahrhunderts". ManCity werden 80 Verstöße gegen Finanzvorschriften zwischen 2009 und 2018 vorgeworfen, außerdem 35 Verstöße wegen mangelnder Kooperation bei einer Untersuchung der Premier League. Laut The Athletic wird City bei einem Schuldspruch in Berufung gehen.

Ein solcher Schuldspruch würde einen Schatten über Citys Erfolgsära werfen. In den vergangenen 15 Jahren gewann der Klub acht Premier-League-Titel, vier FA-Cups, sieben Ligapokale und einmal die Champions League.

Konkret geht es unter anderem um E-Mails, die angeblich zwischen hochrangigen Verantwortlichen von City ausgetauscht wurden. Diese sollen darauf hindeuten, dass der Verein Sponsoring-Einnahmen der staatlich kontrollierten Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sowie des Telekommunikationsunternehmens Etisalat künstlich aufgebläht hatte, indem direkte Investitionen der Abu Dhabi United Group als reguläre Einnahmen deklariert wurden. Weitere Dokumente legten nahe, dass es nicht offiziell verbuchte Zahlungen an den damaligen Trainer Roberto Mancini gegeben habe – getarnt als Beraterhonorare eines Vereins aus Abu Dhabi.

Die UEFA hatte Manchester wegen ähnlicher Verstöße schon 2020 für zwei Jahre vom Europapokal ausgeschlossen. Dieses Urteil wurde jedoch vom Internationalen Sportgerichtshof CAS kassiert, die damit verbundene Geldstrafe von 25 auf acht Millionen Pfund reduziert. Dennoch nahm die Premier League vor sechs Jahren eigene Ermittlungen auf.

Sollte City schuldig gesprochen werden, droht eine harte Strafe. Sowohl Everton als auch Nottingham Forest waren in der Saison 2023/24 wegen einzelner Verstöße mit Punktabzügen belegt worden. Andere Vereine könnten die Aberkennung von Titeln sowie Schadenersatz fordern, falls sich City durch unlautere Methoden einen unfairen Vorteil verschafft haben sollte.

Noch ist aber alles offen. "Wir befinden uns auf unbekanntem Terrain", schrieb die BBC am Freitag: "Die Disziplinarkommission verfügt über weitreichende Befugnisse. Würde Manchester City mit Punktabzügen belegt? Würde der Verein aus der Premier League ausgeschlossen? Würde eine hohe Geldstrafe verhängt? Wir wissen es schlichtweg nicht."

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