Ballon d'Or: Haben sich Kylian Mbappe und Lamine Yamal ins Aus geschossen? | SPOX

Ballon d'Or: Haben sich Kylian Mbappe und Lamine Yamal ins Aus geschossen? | SPOX

Kylian Mbappe und Lamine Yamal könnten sich mit ihren forschen Aussagen über den Ballon d'Or ins Aus geschossen haben, glaubt ein ehemaliger Boss der begehrten Auszeichnung.

"Die Wähler sind nicht naiv. Sie verfügen sowohl über die Erfahrung als auch über das Urteilsvermögen, die nötig sind, um einen Spieler einzuschätzen und zu bewerten, ohne zehn- oder fünfzehnmal hören zu müssen, dass er der Beste ist", sagte Pascal Ferre der französischen Zeitung Le Parisien .

Dabei spielte der ehemalige Ballon d'Or-Chef auf Mbappe (Real Madrid) und Lamine Yamal (FC Barcelona) an, ohne deren Namen zu nennen. Die beiden Superstars hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder mit fragwürdiger Selbstbeweihräucherung selbst in Stellung gebracht . Ein Fehler, meint Ferre: "Wenn ich sage, dass man den Ballon d’Or auf der Kommunikationsebene verlieren kann, meine ich damit, dass ein Spieler auf unangenehme Weise im Rampenlicht steht und den Wählern den Eindruck vermittelt, sie würden zu einer Entscheidung gedrängt. Diese Art von Aufregung, die manche Leute inszenieren, kann die Wähler irgendwann irritieren. Denn an diesem Punkt wird die Manipulation ziemlich offensichtlich."

Ferre war neben seiner Tätigkeit in der Organisation der Verleihung einst auch Chefredakteur von France Football, dem französischen Fußball-Magazin, das den Ballon d'Or vergibt. Seit 2024 wird der Preis für den besten Fußballer des Planeten von der UEFA mitorganisiert. Stimmberechtigt sind ausgewählte Sportjournalisten, bei den Männern je einer pro Land aus den Top-100 der FIFA-Weltrangliste. Bei der Stimmabgabe sind die ausgewählten Journalisten streng angewiesen, die Leistungen der Spieler der abgelaufenen Saison nach folgenden drei Kriterien zu gewichten: individuelle Leistung, Erfolge der Mannschaft und Fairplay.

Deutlich zurückhaltender im Vergleich zu Mbappe und Lamine Yamal präsentiert sich unter anderem Mitfavorit Harry Kane , welcher mit insgesamt 73 Pflichtspieltoren für den FC Bayern und die englische Nationalmannschaft erst kürzlich mit dem Goldenen Schuh als bester Torjäger der zurückliegenden Spielzeit ausgezeichnet worden war.

Geht es nach Lamine Yamal, dürfen Tore aber nicht überbewertet werden. "Der beste Spieler der Welt ist derjenige, bei dem man als Kommentator ein Spiel verfolgt und Spaß daran hat – man sieht ihn und denkt: 'Das ist ein Spieler, der sich deutlich von allen anderen unterscheidet'", sagte der spanische Welt- und Europameister wohl in die Richtung Kanes . Erst wenn die Auszeichnung wieder an den besten Fußballer gehe, "und nicht an denjenigen, der die meisten Tore schießt oder die meisten Titel gewonnen hat", würde der Ballon d'Or seinen "wahren Wert zurückgewinnen."

Seiner Meinung nach habe er den Award auch mehr verdient als Mbappe, der sich trotz einer titellosen Saison mit Real Madrid und Frankreich selbst in der Favoritenrolle sieht . "Sie werden keine Mannschaft aus dem Umschlag als Sieger ziehen, sondern einen Spieler", sagte er und ergänzte: "Die Fähigkeit, individuell zu glänzen und spektakuläre Momente zu schaffen - das ist es, was den Menschen bei einer Auszeichnung wie dieser besonders auffällt."

Der 27-Jährige erzielte 42 Tore in 44 Pflichtspielen für die Königlichen und stieg bei der Weltmeisterschaft mit zehn Turniertreffern zum alleinigen WM-Rekordtorschützen auf (22 Tore). Lamine Yamal gelangen hingegen 42 Torbeteiligungen (24 Tore, 18 Assists) in 45 Einsätzen. Mit Barca gewann er obendrein den Titel in LaLiga.

Neben Kane, Lamine Yamal und Mbappe gehören auch Titelverteidiger Ousmane Dembele von Champions-League-Sieger PSG sowie Rodri zu den Favoriten. Letzterer war bereits bei der WM als bester Spieler ausgezeichnet worden, ehe er von Manchester City zum FC Barcelona wechselte.

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