In den vergangenen Jahren ist dem DFB so manch ein hochtalentierter Spieler durch die Lappen gegangen. Luca Vozar vom FC Schalke 04 könnte der Nächste sein.
Nach Informationen der Bild -Zeitung bemüht sich der kroatische Fußballverband intensiv um den 19-Jährigen, der aufgrund seiner Wurzeln sowohl für Deutschland als auch Kroatien spielberechtigt wäre.
Vozar lief in der Jugend bislang noch für keine Nationalmannschaft auf. Ein A-Länderspiel hat der defensive Mittelfeldspieler ebenfalls noch nicht absolviert, weshalb Vozar frei zwischen Kroatien und Deutschland wählen kann. Ob Kontakt zum DFB besteht, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Gut möglich, dass sich der Verband aber schon bald einschaltet, wenn Vozars Entwicklungskurve weiter nach oben zeigt. Nachdem er am 2. Spieltag der Bundesliga sein Profidebüt gegen den FC Bayern München gefeiert hatte, verlängerte Schale 04 seinen Vertrag am vergangenen Donnerstag bis 2029. Im Sommer sollen dem Sechser noch mehrere Anfragen aus der 2. Bundesliga vorgelegen haben.
Der DFB zog in der jüngeren Vergangenheit indes schon häufiger den Kürzeren bei Spielern mit doppelter Staatsbürgerschaft. Unlängst entschied sich Vozars Teamkollege Soufiane El-Faouzi für Marokko , der sogar als Kandidat für Jürgen Klopps erstes Aufgebot galt. Weitere prominente Beispiele sind Can Uzun und Kenan Yildiz, die inzwischen schon mehrere Spiele für die türkische Nationalmannschaft auf dem Buckel haben.
Auch könnte Paris Brunner, der am Freitag erstmals zur deutschen U21 eingeladen wurde, dem DFB auf lange Sicht die kalte Schulter zeigen . Denn die DR Kongo wirbt nach eigenen Angaben um den jungen Stürmer. "Wir sind zu den Eltern gegangen, um zu sprechen. Aber wir werden ihn nicht unter Druck setzen", sagte Nationaltrainer Sebastien Desabre auf einer Pressekonferenz. Allerdings deutete er an, dass Brunner sich seine Entscheidung nicht leicht mache: "Er hängt am Kongo genauso wie an Deutschland. Er wird sich Zeit zum Nachdenken nehmen, dann werden wir im November sehen, was daraus wird."
Gleichwohl scheint der DFB bei Noahkai Banks (FC Augsburg) und Louey Ben Farhat (Karlsruher SC) das Rennen gemacht zu haben. "Ich freue mich sehr, dass wir ihnen einen gemeinsamen Weg mit Deutschland aufzeigen konnten und dass sie diesem zugestimmt haben", sagte U21-Coach Antonio Di Salvo bei The Athletic . Banks war zuvor heftig von der USA umworben worden, während Ben Farhat sogar schon zwei Spiele für Tunesiens Herren absolvierte. Der 19-Jährige darf den Verband aber noch wechseln, weil es sich dabei nicht um Pflichtspiele handelte.