Wie der Nationale Ethikrat Frankreichs der Sportzeitung L'Equipe bestätigte, droht Paris Brunner nach einer provokanten Geste im Trikot der AS Monaco eine Sperre von bis zu vier Spielen.
Dem 20-jährigen Offensivspieler wird ein verhängnisvoller Aussetzer bei Monacos Auswärtsspiel bei Racing Straßburg zur Last gelegt. Die Disziplinarkommission der französischen Profiliga (LFP) schaltet sich nun ein, um den Vorfall aufzuarbeiten und über ein mögliches Strafmaß zu entscheiden.
Konkret geht es um die Ereignisse in der 71. Spielminute der Partie am vergangenen Samstag. Nachdem der frühere U17-Welt- und Europameister den Treffer zum 1:1-Endstand mit einer sehenswerten Einzelaktion erzielt hatte, ließ er sich zu einer brisanten Reaktion hinreißen. Auf den Bildern der TV-Übertragung war deutlich zu erkennen, wie Brunner in Richtung des gegnerischen Fanblocks eine eindeutige Geste machte und sich mit dem Finger über die Kehle strich.
Die Straßburger Anhänger beantworteten die Provokation umgehend mit einem gellenden Pfeifkonzert. Der Schiedsrichter ahndete die Aktion auf dem Spielfeld nicht, womit Brunner vorerst ohne Verwarnung davonkam. Nun greift jedoch die Verbandsjustiz nachträglich ein.
Frederic Thiriez, Präsident des unabhängigen Nationalen Ethikrats des französischen Fußballverbands, nahm gegenüber L'Equipe Stellung zu dem Verfahren: "Unserer vorläufigen Einschätzung nach könnte die Geste des Spielers einen Verstoß gegen den in der Ethik-Charta festgeschriebenen Grundsatz des vorbildlichen Verhaltens darstellen. Ich möchte jedoch betonen, dass wir den Fall nicht beurteilen. Das wird die Disziplinarkommission tun - ebenso wie die Frage, ob überhaupt eine Sanktion ausgesprochen werden muss."
Sollte das Gremium die Geste als bedrohliches oder einschüchterndes Verhalten auslegen, droht dem Angreifer eine Zwangspause von bis zu vier Partien.
Der Beschuldigte selbst versuchte im Anschluss, die Wogen zu glätten, und verwies auf vorherige Anfeindungen durch die Ränge: "Sie haben über meine Familie, meine Mutter und meinen Vater gesprochen. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beleidigt haben", erklärte Brunner. Der gebürtige Gelsenkirchener ergänzte: "Nach dem Tor waren sehr viele Emotionen im Spiel, vor allem nach einem solchen Treffer. Ich wollte nicht respektlos sein."
Sportlich erlebte das Sturmtalent in den vergangenen Monaten einen spürbaren Aufwärtstrend. Brunner war im Sommer 2024 von Borussia Dortmund ins Fürstentum gewechselt. Mit dem sehenswerten Ausgleichstreffer in Straßburg markierte er bereits seinen dritten Saisontreffer in der Ligue 1 und sein insgesamt fünftes Pflichtspieltor im Trikot der Monegassen.