Im Finale der WM 2026 gegen Argentinien läuft Spaniens Pau Cubarsi zu Höchstleistungen auf. Nicht nur dafür wird er im Anschluss geehrt.
Beim hart umkämpften 1:0 (0:0, 0:0)-Sieg der Furia Roja nach Verlängerung war der Verteidiger des FC Barcelona einer der besten Akteure auf dem Rasen. Nicht nur half er mit, dass Spanien erneut keinen Gegentreffer hinnehmen musste, auch die individuellen Zahlen sprachen Bände beim 19-Jährigen.
So wies Cubarsi nach 120 Minuten Spielzeit nicht nur die meisten Ballkontakte aller 34 eingesetzten Spieler auf dem Rasen auf (139), sondern spielte auch die meisten Pässe (121), von denen er starke 96 Prozent an den Mitspieler brachte.
Darüber hinaus hatte er die meisten klärenden Aktionen (6) und wusste auch im Angriffsspiel zu überzeugen. 21 Linienbrechende Pässe spielte der 19-Jährige gegen Argentinien - so viele wie sonst kein anderer Akteur.
Nicht nur aufgrund seiner starken Leistung im Endspiel wurde Cubarsi nach Abpfiff die offizielle Auszeichnung für den besten jungen Spieler des gesamten Turniers überreicht. Er tritt damit in die Fußstapfen von unter anderem Kylian Mbappe und Thomas Müller, die bei ihren ersten WM-Auftritten jeweils ebenfalls zu den besten jungen Spielern gekürt wurden.
Zusammen mit seinem ebenfalls glänzend aufgelegten Nebenmann Aymeric Laporte (Athletic Bilbao) war der Barca-Youngster hauptverantwortlich dafür, dass Spanien in den acht Spielen bis zum WM-Triumph gerade einmal ein einziges Gegentor schlucken musste .
In den nun beinahe 100 Jahren WM-Geschichte war dies noch keinem einzigen anderen Team gelungen. Als einziger Spieler überwand Belgiens Stürmer Charles De Ketelaere Spaniens Schlussmann Unai Simon, der sich ebenso wie Cubarsi über eine individuelle Auszeichnung als bester Torhüter des Turniers freuen durfte.
In den sieben weiteren Turnierspielen musste Simon nicht ein einziges Mal hinter sich greifen. Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay in der Gruppenphase, Österreich im Sechzehntelfinale, Portugal im Achtelfinale, Frankreich im Halbfinale und auch Argentinien im Finale - niemand schaffte es, ein Tor gegen die Iberer zu erzielen.
Bei der nun abgelaufenen Weltmeisterschaft war Cubarsi neben Simon und Linksverteidiger Marc Cucurella einer von nur drei Spielern im spanischen Kader, die jede einzelne Minute auf dem Platz standen.
Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko stand dabei in teils krassem Gegensatz zu den Leistungen des 19-Jährigen beim FC Barcelona in der vergangenen Saison. Dort war Cubarsi unter Trainer Hansi Flick als Stammkraft zwar über weite Strecken gesetzt und sammelte wettbewerbsübergreifend 48 Einsätze (ein Tor), gleichwohl trug er mit zuweilen fahrigen Auftritten nicht unbedingt zur defensiven Stabilität der Katalanen bei.
Bei Barca-Fans dürfte vor allem sein Auftritt im Champions-League-Halbfinale gegen Atletico Madrid im April böse Erinnerungen wecken. Dort hatte Cubarsi aufgrund von schlechtem Stellungsspiel Gegenspieler Giuliano Simeone entwischen lassen und den Argentinier als letzten Mann etwas ungeschickt per Notbremse zu Fall gebracht.
Vom Schiedsrichter wurde er folgerichtig mit Rot vom Platz gestellt, Barcelona verlor die Begegnung knapp mit 0:2. Da das Rückspiel eine Woche später ohne den gesperrten Cubarsi nur 2:1 gewonnen werden konnte, schieden die Katalanen aus der Champions League aus.