LeBron ist weg! Fällt Bronny James einem großen Problem der Lakers zum Opfer? | SPOX

LeBron ist weg! Fällt Bronny James einem großen Problem der Lakers zum Opfer? | SPOX

Bei den Los Angeles Lakers schrieben LeBron und Bronny James einst NBA-Geschichte. Kritiker mäkelten stets, dass der Sohn nur wegen des Vaters überhaupt in der NBA gelandet sei. Aber wie geht es für Bronny nun nach dem Abgang des "King" aus L.A. weiter?

Seit seiner Ankunft in der NBA im Zuge des Drafts 2024 scheiden sich an Bronny James die Geister. Nicht wenige sagen, dass der Sohn von LeBron James es nur in die NBA und natürlich ausgerechnet zu den Los Angeles Lakers geschafft habe, weil sein berühmter Vater dies bei seinem damaligen Arbeitgeber zur Bedingung machte.

Von einem "Marketing-Gag" war die Rede, schließlich ging der 22. Oktober in die NBA-Geschichte ein, als erstmals ein Vater und sein Sohn gemeinsam auf einem Court standen.

Das Talent, so die Kritiker, berechtige Bronny eigentlich nicht für einen Platz in der besten Basketball-Liga der Welt. "Ich denke nicht, dass er wirklich ein Profi ist", sagte beispielsweise ausgerechnet LeBrons neuer Teamkollege bei den Philadelphia 76ers, Jaylen Brown, während der Summer League 2024.

Dass James Senior auf etwaige Aussagen durchaus allergisch reagiert, zeigt seine Privatfehde mit ESPN -Schreihals Stephen A. Smith, die im vergangenen Jahr öffentlich eskalierte, weil dieser Bronny die NBA-Tauglichkeit in aller Deutlichkeit abgesprochen hatte. Während die Sache mit Brown für James geklärt ist und sich beide zuletzt mit Lobhudeleien überschütteten, dürfte eine Aussöhnung mit Stephen A. kaum stattgefunden haben.

Und dennoch spielt der polarisierende "Experte" nun wieder eine große Rolle in der Vita der Familie James. Denn nun ist das eingetreten, was Stephen A. wohl schon lange herbeigesehnt hat, um seine These von damals endlich auf den Prüfstand zu stellen. Kann Bronny James ohne seinen Vater an der Seite bei einem NBA-Team reüssieren? Es ist die Frage aller Fragen nach dem spektakulären Abgang des 41-Jährigen gen Philadelphia.

Auf dem Papier trauen die Lakers dem 21-Jährigen offenbar durchaus zu, auch ohne seinen Vater an der Seite eine Zukunft in der NBA zu haben. Die Lakers ließen bewusst eine Frist verstreichen. Bis Ende Juni hätten sie den Sohn des künftigen Hall-of-Famers waiven und damit rund eine Million Dollar sparen können. Stattdessen erhält Bronny nun 2026/27 garantierte 2,3 Millionen Dollar von den Lakers - oder einem anderen Team.

Spötter beckmesserten nämlich, dass das Vorgehen bei Bronny von den Lakers ein letzter Versuch gewesen sein könnte, den Superstar doch noch von einem angestrebten Verbleib zu überzeugen. Denn als Bronny seine Garantie erhielt, hatte LeBron die Franchise noch nicht über seine Zukunftsentscheidung informiert. Dies tat er rund 24 Stunden später erst und beendete nach Auslaufen seines Vertrags die acht Jahre währende Zusammenarbeit.

Während sich James Senior als Free Agent nach wochenlangen Spekulationen und Gerüchten dem neuen Superteam der NBA in der Stadt der brüderlichen Liebe anschloss und dort seinem fünften NBA-Titel hinterherjagen wird, ist es vergleichsweise still um Bronny geworden.

Ende Juli mehrten sich die Gerüchte, er könne seinem Vater auch nach Philadelphia folgen. Das dementierte jedoch Ramona Shelburne von ESPN recht deutlich. Ihren Informationen zufolge gebe es keinerlei Pläne, den LeBron-Filius zu den Sixers zu bringen. Im Gegenteil. Bronny spiele in den Plänen der Lakers tatsächlich eine Rolle - auch nach dem Abgang seines Vaters.

Ins gleiche Horn stieß nun auch Tony Watts von Lake Show Life . "Die Zeichen dafür, dass die Lakers an Bronny glauben, sind alle da", schrieb er in seiner Analyse der aktuellen Situation und verwies dabei darauf, dass die Lakers auch die Option bei Bronny hätten ablehnen können, "in einem Sommer, in dem Veränderung das Hauptziel war". "Das Vorgehen der Lakers", so Watts, "beweist, dass Bronny auf dem besten Weg ist, und die Franchise die Entwicklung des 21-Jährigen fortsetzen will".

Allerdings ergibt sich in der aktuellen Konstellation ein Problem: Aktuell haben 16 Spieler bei den Lakers einen garantierten Vertrag, 15 müssen es zum Start der Regular Season sein. Bedeutet: Einer muss noch gehen. "Ganz klar müssen die Lakers jemanden abgeben, und ich denke, es wird einer von drei Spielern sein", sagte jüngst Lakers-Insider Jovan Buha und nannte diesbezüglich Dalton Knecht, Jaden Hardy oder eben Bronny James.

Dan Woike von The Athletic stellte jedoch schon Mitte Juli klar, dass es Bronny voraussichtlich nicht erwischen wird. Der 21-Jährige werde in der Lakers-Umkleide sehr gemocht und gelte intern als respektierter Arbeiter. Auch habe die Franchise durchaus Notiz von Bronnys deutlicher Leistungssteigerung in der vergangenen Saison genommen.

Dort sprang Bronny besonders zum Saisonendspurt nach den Verletzungen von Austin Reaves und Luka Doncic in die Bresche und legte im Schnitt 6,6 Punkte in den letzten fünf Regular-Season-Spielen auf. In drei der letzten sechs Spiele verbuchte er gar eine zweistellige Punkteausbeute. Auch in der ersten Playoff-Runde gegen die Houston Rockets sah er wichtige Rotations-Minuten.

Insgesamt steigerte sich der Sohn der NBA-Legende im Vergleich zu seiner Rookie-Saison deutlich, machte 15 Spiele in der Regular Season mehr, stand im Schnitt über zwei Minuten länger auf dem Court (8,9), steigerte seine Wurfquote aus dem Feld von 31,3 auf 40,9 Prozent und traf 22 seiner 57 Dreier (38,6 3PT%; 24/25: 28,1).

Die Tendenz spricht also durchaus eine positive Sprache. Rückendeckung erhält Bronny ohnehin seit jeher von seinem Vater. "Er gehört hier hin. Er gehört ins Team", sagte LeBron im März nach einem 137:130-Sieg gegen die Indiana Pacers. Sein Sohn habe einmal mehr gezeigt, "warum er in diese Liga gehört und was er in dieser Liga anstellen kann". Auch LeBrons nun ehemaliger Teamkollege Doncic attestierte dem 21-Jährigen "definitiv eine große Verbesserung". Bronny habe "einiges gezeigt, was mich wirklich beeindruckt hat".

Daran muss Bronny im Trainingscamp nun anknüpfen. Und vielleicht tut er seinem Vater trotz der Trennung in diesem Sommer ja noch einen großen Gefallen und bringt Stephen A. Smith zumindest in der Diskussion über ihn selbst zum Schweigen. Damit würde er zumindest auf seine Art und Weise Sportgeschichte schreiben.

Recommended articles