Die schlechtesten NBA-Verträge: Sorgenkinder von Wembanyama und Jokic und ein ganz großes Rätsel | SPOX

Die schlechtesten NBA-Verträge: Sorgenkinder von Wembanyama und Jokic und ein ganz großes Rätsel  | SPOX

In der NBA-Offseason wurden wieder etliche historische Vertragsverlängerungen gefeiert. Doch wirklich sinnvoll wurde das Geld weder diesen Sommer noch in den Vorjahren immer angelegt.

Die Denver Nuggets verspielten mit einem Deal die Titelchancen von Nikola Jokic und Victor Wembanyama hat bei den San Antonio Spurs ein 222-Millionen-Dollar-Problem an seiner Seite: In der NBA ist kein Team davor sicher, keine falschen Entscheidungen zu treffen. Manche treffen bei den Vertragsverhandlungen sogar dermaßen fragwürdige, dass die Liga selbst sie unter die Lupe nehmen muss, weil nicht alles mit rechten Dingen zugegangen scheint.

Die schlechtesten Verträge der kommenden Saison im Überblick.

Man muss es sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die Bucks und Trent Jr. einigten sich auf einen Vertrag, der einen dermaßen bitteren Beigeschmack hinterließ, dass sich die NBA einschaltete, da die Liga vermutete, dass bei den Verhandlungen irgendwas nicht stimmen konnte .

Und es bleibt wirklich unerklärlich, wenn man nicht gerade geheime Absprachen in vorherigen Spielzeiten vermuten möchte. Der 27-Jährige hatte 2024 zunächst für das Minimum in Milwaukee unterschrieben, stieg im Sommer 2025 aus dem Deal aus und unterzeichnete einen Zweijahresvertrag über 7,5 Millionen Dollar - jetzt verdient er dank des neuen Deals aber plötzlich 15,2 Millionen Dollar pro Jahr und das glatt vier Jahre lang.

Es bleibt die große Frage: Warum? An seiner sportlichen Leistung kann es nicht gelegen haben. 8,1 Punkte pro Spiel und weniger als 40 Prozent getroffene Würfe waren sein "Empfehlungsschreiben" der vergangenen Saison. Es waren die schlechtesten Werte seit seiner Rookie-Season 2018/2019 (damals absolvierte er nur 15 Spiele, in denen er durchschnittlich sieben Minuten auf dem Parkett stand). Es war zudem die einzige Spielzeit, in der er noch schlechter von Downtown traf sowie weniger Assists und Rebounds verbuchte.

Bei Williams stellte sich einst die gleiche Frage: Warum? Die Bulls beschlossen 2024, dem Restricted Free Agent einfach mal ein Arbeitspapier über fünf Jahre und 90 Millionen Dollar vorzulegen. Welches imaginäre Team sie da im ausgedachten Wettbieten ausstechen wollten, bleibt auch Jahre danach noch ein großes Geheimnis.

Es ist auch nicht so, als hätte ihn das Geldgeschenk zu besseren Leistungen angestachelt. Seit Williams‘ Zahltag spielte er im Vergleich zur Spielzeit 2023/2024 erst eine schlechtere Saison und dann eine noch schlechtere. Der einstige 10-Punkte-pro-Spiel-Scorer ist im Schnitt mittlerweile bei 7,0 PPG angekommen. Die letzten zwei Jahre traf er zudem nicht einmal mehr 40 Prozent seiner Würfe, 37,2 Prozent waren zuletzt ein Career Low. Der Blick in die Advanced Stats ist dabei noch viel schlimmer und sollte nur den psychisch stabilsten Bulls-Fans erlaubt sein.

Embiid hat derweil das Problem, physisch etwas weniger stabil zu sein. Das ist seit mittlerweile einem NBA-Jahrzehnt, in dem er ziemlich genau die Hälfte aller möglichen Partien verpasst hat, bestens bekannt.

Wenn er auf dem Court steht, ist eigentlich jeder einzelne Dollar für den Ex-MVP bestens angelegt. Garantien dafür, dass er sich aber wirklich das Trikot anziehen kann, gibt es überhaupt keine.

Die letztjährige Postseason war nach den sinnbildlichen 38 Partien in der Regular Season sogar noch einmal sinnbildlicher: Embiid verpasste zunächst das Play-In und den Playoff-Auftakt. Dann kam er in der ersten Runde gegen die Boston Celtics zurück und führte die 76er mit überragenden Leistungen zum 1-3-Comeback – nur um sich angeschlagen durch den Sweep der Knicks zu schleppen, bei dem er zwischenzeitlich wegen mehrerer Verletzungen gleichzeitig auch Game 2 verpasste.

Durch die letzte Spielzeit musste Philly sogar zwei der schlechtesten Verträge der Liga schleppen. Mittlerweile haben die Sixers PG nach Boston geschickt. Die Celtics würden angesichts des überraschenden Trades wohl besten Gewissens argumentieren, dass an dieser Stelle Jaylen Brown ebenfalls einen Platz auf der Liste verdient hätte.

Womöglich nicht völlig zu Unrecht und die Celtics könnten zugleich nicht völlig zu Unrecht argumentieren, dass George ihnen sportlich als guter Fit sogar weiterhelfen kann. Aber eben nur als sehr guter Rollenspieler, der derzeit allerdings ein Superstar-Gehalt überwiesen bekommt. Und das als verletzungsanfälliger 36-Jähriger.

Ein bisschen haben die Wizards bei Young dann doch noch gespart und dem Point Guard in diesem Sommer nicht das mögliche Maximum ausgeschüttet. Aber immerhin noch das Maximum dessen, was er anderswo hätte erhalten können.

So waren es dann doch "nur" 212 Millionen für die nächsten vier Jahre , nachdem er vor der vergangenen Saison noch in Atlanta beweisen wollte, dass er den Hawks sogar 229 Millionen wert sein könnte. Das gelang überhaupt nicht. Young verletzte sich früh und in seiner Abwesenheit blühte Jalen Johnson dermaßen auf, dass auf Young entspannt verzichtet werden konnte. Die Hawks waren sogar bereit, Corey Kisperts langfristigen Deal aufzunehmen.

Dass Washington verzweifelt auf der Suche nach Stars war, war klar. Dass sie Young nach dem Trade zu Beginn des Jahres nun bezahlen mussten, war ebenso klar. Unklar, ob eine solch teure Wette auf einen solch schlechten Verteidiger, der letztes Jahr auch hinter seinen üblichen offensiven Zahlen zurückblieb, wirklich aufgehen kann. Immerhin wartet man in der Hauptstadt noch mit der Extension von Anthony Davis. Man muss Nr.1-Pick AJ Dybantsa ja nicht sofort schon alles verbauen.

Es gibt Gründe, warum Fox als das 222-Millionen-Dollar-Problem des West-Champions gilt. Letzten Sommer entschieden sich die Spurs, dem Guard diese Summe für die nächsten vier Jahre zu zahlen. Es war ein Franchise-Rekord zum damaligen Zeitpunkt.

Nachdem Fox erst wenige Monate zuvor per Trade in San Antonio aufgeschlagen war, war es grundsätzlich eine sinnvolle Entscheidung, Victor Wembanyama einen weiteren Star an die Seite zu stellen. Das "Problem" der Spurs heißt Dylan Harper. Die Spurs schnappten sich im Draft trotz des Backcourts aus Fox und dem damals amtierenden ROTY Stephon Castle den jungen Guard mit dem zweiten Pick. Harper sollte sich entspannt hinter den anderen beiden entwickeln, sah aber während des Finals-Runs (und vor allem auch während der Finals-Pleite gegen die Knicks) wie der beste Spieler auf seiner Position aus.

Fox, der in den Finals eine überwiegend enttäuschende Serie spielte, wirkte dadurch gleichermaßen überflüssig und überbezahlt. Head Coach Mitch Johnson wird schauen müssen, ob zukünftig Drei-Guard-Lineups häufiger eine Option werden. Sonst muss er sich entscheiden: Will er den zukünftigen Franchise-Guard auf der Bank versauern lassen oder den Guard, der fast 50 Millionen Dollar jährlich verdient?

Die Denver Nuggets sind ein weiterer Titelkandidat des Westens, der einer vergangenen Vertragsentscheidung hinterhertrauert. Und während in San Antonio die Zukunft noch immer rosig aussieht, wurde den Nuggets schon im Jetzt bewusst, wie teuer es werden kann, wenn man Jahre zuvor zu tief in die Tasche gegriffen hat.

Denver erlebte eine traurige Offseason. Statt sich nach dem enttäuschenden und frühen Playoff-Aus in der vergangenen Saison noch einmal zu verstärken und neu anzugreifen, wurde das Team rund um Superstar Nikola Jokic schlechter. Statt sinnvoller Neuzugänge mussten bereits etablierte Rollenspieler abgegeben werden, da finanziell Probleme drohten. Das prominenteste Beispiel war der Verlust von Peyton Watson.

Und warum ist die Kasse in der Mile High City so knapp? Weil der Vertrag von Christian Braun im Vorjahr frühzeitig für fünf weitere Jahre und locker-flockige 125 Millionen Dollar verlängert wurde. Das Geld verdiente er sich ansatzweise in der Defense, aber kaum einen Dollar mit seiner Offense. Statt nach seinem Breakout und der finanziellen Belohnung einen Schritt nach vorne zu machen, ging es im letzten Jahr sogar einen Schritt zurück. Wenn in diesem Sommer nicht fleißig an der nächsten Wende gearbeitet wurde, dürfte der Braun-Vertrag der Move gewesen sein, der Jokic und den Nuggets langfristig einen weiteren Ring gekostet hat.

Einen besseren Rollenspieler deutlich zu viel Geld zuzustecken, geht auch in Kanada. Doch während im Falle von Braun noch auf das Alter und mögliches Entwicklungspotenzial verwiesen werden kann, ist Pöltl mittlerweile schon 30. Und chronisch verletzungsanfällig. 2021/2022 hat der Österreicher letztmals mehr als 60 Spiele absolviert. Mehr als 30 Minuten pro Spiel hat er in seiner NBA-Saison noch in keiner Spielzeit absolviert.

Der Center ist ein absolut solider Spieler. Aber einem Big Man ohne Wurf und mit Rückenproblemen in seinen 30ern fast 30 Millionen zu zahlen ,ist selbst mit dem positivsten Blick auf Poeltl mindestens mal mutig.

In gewisser Weise war die Verpflichtung von Morant für die Trail Blazers ein Schnäppchen. Nur Kris Murray und Jerami Grant, der an dieser Stelle auch seine traditionelle Erwähnung finden soll (34,2 Millionen in der kommenden Saison, Player Option 2028 über 36,4 Millionen), mussten im Gegenzug nach Memphis wandern. Zuvor hatten die Grizzlies lange nach einem Abnehmer für Morant gesucht und blitzten regelmäßig ab, da vermutet wurde, dass sie noch Picks draufzahlen müssten, um ihren einstigen Hoffnungsträger und dessen Vertrag loszuwerden.

Keine absurde Forderung mit Blick in die Bücher. Morant verdient in den kommenden zwei Spielzeiten fast 90 Millionen Dollar. So gesehen vielleicht doch kein allzu günstiger Deal für Portland. Während sich bei anderen langfristig überbezahlten Guards wie Fox (aber auch Devin Booker und Donovan Mitchell) argumentieren lässt, dass sie in der Gegenwart noch immer auf All-Star-Niveau abliefern können, darf das bei Morant angezweifelt werden.

Der Point Guard war im Vorjahr bei seinen wenigen Spielen maximal weit davon entfernt, so zu spielen, wie ein Spieler, der gerade das Maximum verdient. Größe, Wurf und Defense sind nicht vorhanden, dafür gab es beim Ex-All-Star die üblichen Probleme neben dem Cour t. Portland greift für das Prinzip Hoffnung tief in die Tasche.

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