Thermaltake V1

Thermaltake V1

Ob Thermaltakes futuristischer Kupferkühler auch genügend Kühlleistung für die heißen Sommertage aufbringen kann, oder ob für das Design die Performance hinhalten musste, ist im folgend nachzulesen.

An dieser Stelle geht ein Dank an Thermaltake für die problemlose Bereitstellung des Testmusters.

Lieferumfang Der V1 wird werkseitig in einem Pappkarton mit transparentem Blister verpackt. Beim Testmuster war dieser Plastikeinsatz ein wenig beschädigt, da es dem Kunststoff scheinbar an Weichmacher fehlt, um nicht bei jedem Druck zu brechen. Der gebotene Schutz ist jedoch ausreichend. Im Lieferumfang stecken neben den verschiedenen Halteklammern für AMD- und Intel-CPUs eine spärliche Installationsanleitung und ein wenig Wärmeleitpaste, wodurch für nahezu jeden Kunden der Einbau umsetzbar ist.

Technische Daten (Herstellerangaben)

max. Umdrehungen pro min

max. Lautstärkeentwicklung

Der CPU-Kühler kommt in einem V-förmigen Design, welches in erster Linie für ein außergewöhnliches Erscheinungsbild sorgt. Alle Bauteile des V1, die für den Transport der Wärmeenergie wichtig sind, wurden aus Kupfer gefertigt. Primär besteht der Kühler aus zwei fächerförmigen Kühlkörpern. Diese sind aus 51 einzelnen Kühllamellen zusammengesetzt und geben die Verlustleistung an die Umgebungsluft ab. Da es sich um einen aktiven CPU-Kühler handelt, geschieht dieses Verfahren unter Beschleunigung eines Axiallüfters, der zwischen den beiden Kühlkörpern platziert ist. Dabei liefert der rahmenlose Lüfter laut Thermaltake einen Lufterstrom von 147 m³/h bei 2000 Umdrehungen pro Minute.

Der hohe Luftdurchsatz ist für einen Lüfter mit 110 mm Durchmesser sehr hoch. So wirft sich früh die Frage auf, ob die Angaben des Herstellers in diesem Fall stimmig sind. Nichts desto Trotz fügt sich auch der Lüfter nahtlos in das Gesamtkonzept ein und sorgt durch ein gelungenes Lichtspiel mit blauen LEDs für einen netten, optischen Effekt. Die knapp 20 cm lange Anschlussleitung macht äußerlich einen guten Eindruck. Etwas „billig“ verarbeitet, wirkt hingegen die Drehzahlsteuerung in Form eines Potentiometers. Durch dieses „Poti“ lässt sich die Drehzahl des Lüfters zwischen 1300 rpm und 2000 rpm stufenlos einstellen.

Die insgesamt 102 Kupferlamellen werden von vier 6 mm dicken Heatpipes durchdrungen, welche die Wärmeverlustleistung von der Kühlerbodenplatte ableiten. Auffällig sind hierbei einige Lotspritzer. Zudem sind zwei Lamellen nicht ordnungsgemäß verlötet und ein paar sind zudem leicht bis stark verbogen oder beschädigt. Die Rautiefen der Bodenplatte sind für einen guten Kontakt zur CPU alle Male ausreichend. Etwas kritisch muss man allerdings die leicht konvexe Form der Kontaktfläche betrachten, da man diesem Problem nur schlecht mit Wärmeleitpaste entgegenwirken kann.

Wahrnehmung der Geräuschentwicklung

Sektor I bezeichnet den nicht messbaren Bereich. Die CPU-Kühler, welche in diesem Bereich arbeiten, sind akustisch „nicht“ wahrnehmbar. Allerdings sind die Kurvenverläufe in Sektor I durch den beschränkten Messbereich auch nicht korrekt darstellbar. Für eine genaue Betrachtung sind deshalb die Angaben aus den entsprechenden Wertetabellen zu beachten.

Temperaturentwicklung bei 120W WVL (in Grad Celsius)

Thermaltake Blue Orb 2

Zerotherm Nirvana NV120

CoolerMaster Hyper 212

Temperaturentwicklung bei 70W WVL (in Grad Celsius)

Sockelkompatibilitätsliste

Getestet wurde auf einem CPU-Dummy, welcher der Bauform eines aktuellen AMD Athlon 64 entspricht. Die Wärmeverlustleistung lässt sich zwischen 0 und 120W beliebig frei wählen. Wir entschieden uns für eine Messung bei 120W und für eine Messung bei 70W. In den dargestellten Kurvendiagrammen wird das Temperaturverhalten der CPU in Abhängigkeit zur angelegten Lüfterbetriebsspannung dargestellt. Die Umgebungstemperatur betrug bei allen Messvorgängen 23°C +/- 0,5°C.

Schallpegel (in dBA)

Lüfterdrehzahl (in upm)

Leistungsaufnahme (in W)

Die Lüfterdrehzahlmessung wird mit Hilfe eines Laser-Tachometers durchgeführt. Hierbei wird die Rotordrehzahl des jeweiligen Lüfters über eine Laserabtastung ermittelt. Die Ergebnisse sind sehr präzise - wurden jedoch auf 10 upm genau gerundet, da alle Lüfter kleine Schwankungen bei der Umdrehungsfrequenz vorzuweisen haben. Die Lüfteranlaufspannung und die Leistungsaufnahme wurden mit einem Multimeter und einem Labornetzgerät getestet. Beim Test der Anlaufspannung wurde der Lüfter an eine kleine Spannungsquelle angelegt, welche stufenweise in 100mV großen Schritten erhöht wurde. Die Ausgangsspannung des Netzgerätes wird sobald ein deutliches Drehen des Lüfters erkennbar ist notiert. Bei der Leistungsmessung wird der Messwert erst nach ca. 5min notiert, da er sich auf Grund von höheren Anlaufströmen einpendeln muss.

Thermaltake bietet mit dem V1 einen CPU-Kühler, der im Großen und Ganzen nicht überzeugen konnte und keine uneingeschränkte Empfehlung bekommt. Positive Punkte sind u.a. die Kühlleistung bei mittlerer Belastung und die interessante Optik. Für aktuelle High-End CPUs ist die Leistung des Kühlers jedoch nicht mehr ausreichend, sodass ein hardwareschonender oder sogar jeglicher Betrieb nicht möglich ist. Die schlechte Kühlleistung setzt sich dabei aus verschiedenen Faktoren, wie der Bodenplatte, der Heatpipes und dem restlichen Design zusammen. Zudem ist im oberen Drehzahlbereich die Geräuschemission, welche vom Lüfter ausgeht, sehr laut. Die Verarbeitung ist leider auch nur mit befriedigend zu bewerten und so ist der V1 letztlich nur den Kunden ans Herz zu legen, welche eine CPU mit nicht all zu hoher Wärmeverlustleistung betreiben und eine außergewöhnliche Optik haben wollen.

Preisvergleich (Stand 28.03.2008)

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