RE: CHARAKTERBEWERBUNG - 10

RE: CHARAKTERBEWERBUNG - 10

Setz dir realistische Ziele. Nimm nur ein bestimmtes Budget mit. Lass dich von der Reizüberflutung nicht verwirren. So viele gut gemeinte Ratschläge in zahlreichen Zeitschriften springen einem ins Auge. Von Menschen, die diesen Ort besucht haben und selber nur Touristen sind. Anders sind diese Weisheiten nicht zu erklären – denn, wer wahrhaftig in Vegas wohnt, weiß, dass diese Stadt tatsächlich niemals schläft. Bis in die Nacht geöffnete Geschäfte sind die eine Seite, ein niemals zu enden scheinendes Nachtleben die andere. Ein Leben in Vegas ist nicht mit New York zu vergleichen. In der knapp 340 km² großen Stadt im Südwesten Nevadas buhlt jeder um Aufmerksamkeit und Individualität. Verrückte Geschäftsideen, kulinarische Restaurants, merkwürdige Gestalten zieren den Strip und die Fremont Street. Touristen füllen zu jeder Tageszeit die noch so kleinen Gassen aus. Doch wie bereits am Anfang erwähnt, ist es schwer, sich von den vielen bunten Lichtern nicht ablenken zu lassen. Auch in den Schaufenstern entlang der Fremont Street werben sie für Etablissements, wie zum Beispiel das Dollhouse . Aber hinter all dem Glanz und Schick, verbirgt wie jede andere Stadt auch Las Vegas ihre Schattenseiten. Aber erwartet man nicht genau das? Immerhin ist Las Vegas nicht umsonst bekannt als Stadt der Sünde .

Aber lasst uns nicht länger über die Schattenseiten sprechen und zu einem wesentlich friedlicheren Ort übergehen. Oder trügt hier etwa der Schein? Mit seinen gerade einmal 14.000 Einwohnern gehört Boulder City nicht gerade zu den größten Städten, besonders nicht, wenn man nur 30 km von Las Vegas entfernt ist. Dafür raubt dir die Stadt durch viele bunter Lichter oder zu viel nackte Haut nicht deinen Schlaf. Touristen könnten sich vielleicht nie vorstellen hier zu leben, denn was bietet dieser Ort schon? Genau genommen eine ganze Menge! Immerhin braucht es nicht viel, um glücklich zu sein. Schöne Landschaften und tolle Sehenswürdigkeiten wie der Grand Canyon oder der Hoover Dam ziehen viele Menschen in die Gegend und veranlassen auch viele dazu, sich hier niederzulassen. Und seien wir Mal ehrlich, ist es nicht die pure Entspannung im Vergleich zu Las Vegas? – Oder noch besser! Du verbringst tagsüber deine Zeit am Lake Mead und abends fährst du eben doch Mal für einen spontanen Trip nach Vegas. Was sind schon 30 Kilometer, um sich ordentlich abzuschießen? Aber pssst … oftmals trügt der Schein! Es ist nicht alles immer so friedlich, wie es scheint und viele nutzen die Stille und das unscheinbare Aussehen der Kleinstadt für ihre korrupten Machenschaften. Wer vermutet schon irgendwelche Drogenbosse in solch einer Gegend? Abwechselung ist garantiert, so viel sei gesagt – selbst in einer Kleinstadt wie Boulder City. Ein perfekter Ort für jeden heiligen oder jeden, der gerne diesen Eindruck erwecken möchte.

Genre: Real Life Spielort: Las Vegas & Boulder City Altersfreigabe: FSK 18 Spielprinzip: Ortstrennung

Forengesuche & Charaktervorschläge

Datenschutz & Impressum

Der Frühling naht und die ersten Sonnenstrahlen verirren sich nach Vegas. Kein Wunder, dass bei Temperaturen um die 24 Grad, die Leute nicht nur in den Casinos sitzen, sondern es sich auch am See in Boulder City gemütlich machen, um die Wärme zu genießen. Aber lass dich vom Wetter nicht täuschen! Bald kommt der April und bekanntlich weiß dieser nicht, was er will.

Tipp: Besucht doch mal den Cirque du Soleil im Mirage! Eine tolle Show für jung und alt, die begeistern lässt. Aber macht lieber schnell! Die Tickets sind schon fast ausverkauft.

1989 - ein fast normaler Tag im Herbst bei der Familie Ellington. Clara und Yestin, hatten einige Erledigungen getätigt ehe ihr auf dem Beifahrersitz, knappe 3 Wochen zu früh die Fruchtblase geplatzt ist. Was eine sauerrei, aber zu ändern war es nun nicht mehr. Gerade noch waren die beiden Rechtzeitig im Krankenhaus angekommen, denn die Mädels hatten es ziemlich eilig. Zuerst erblickte Marie das Licht der Welt ehe Nora knappe 3 Minuten später folgen sollte. Nach dem ersten Schock der Eltern, waren sie heilfroh das alles gut gegangen war. Denn Zuhause warteten schließlich zwei Brüder auf die beiden. Zum Glück haben die beiden auch die Wochen die, sie zu früh auf die Welt gekommen sind ziemlich gut weg gesteckt. Sie waren eben toughe Mädels die sich durch zu kämpfen wussten. Schnell kristallisierte sich bei den beiden heraus, das sie weder mit noch ohneinander konnten. Sie waren Unterschiedlich wie Tag und Nacht und doch waren sie immer mit einem Band verknüpft das kaum jemand verstehen konnte. Im Jahr 1996 stand wie jedes Jahr, der große Familien Urlaub an, der die Familie Ellington nach Bosnien und Herzegowina. Für die damals 5 Jährige war dieser Urlaub, wie sonst auch immer, etwas wirklich besonderes. Soweit sie sich zumindest daran erinnern kann. Denn darauf freute Nora sich immer am meisten. Jedoch sollte dies der letzte Urlaub mit ihrer Zwillingsschwester sein & allgemein der letzte Urlaub der Familie. Zuhause in Reno, geschah etwas mit Marie, das Nora wohl niemals wieder vergessen oder gar los lassen würde. Ihre Schwester vewandelte sich von einem aufgeweckten Mädchen zu einem beinahe echt wirkenden Zombie, denn man sah sie meist nur in dunklen Räumen, oder aber sie schrie die ganze Nachbarschaft zusammen. Nora verstand all das nicht, wie denn auch sie war ein Kind?! Aber was sie verstand, war das es ihrer Schwester nicht gut ging, letztlich konnte aber auch sie ihr nicht helfen. Die Nächte wurden somit auch für Nora zu einem einzigen Kampf, da die Mädels sich ein Zimmer geteilt hatten. Sobald die Prozedur von Marie begann, war auch Nora hellwach und das schlafen fiel ihr von mal zu mal schwerer. Es ging so weit, das sie Abends Angst hatte ins Bett zu gehen, weshalb sie oftmals einfach wie ein Stein auf der Couch liegen blieb, und ihre Eltern ließen sie. Monate vergingen und alles was ihre Eltern taten blieb letztlich doch ohne Erfolg. Man konnt spüren wie die Familie kurz vorm zerreißen war. Jedoch kam wie durch ein Wunder ein Pfarrer daher, der darauf schwor Marie helfen zu können. Und in Gewisseweise tat er es auch, denn während er sein Ritual an ihr vollzog erstickte ihr Vater Marie. Ob es Absicht war, das weiß wohl niemand, das was aber jeder weiß ist, das es wohl das beste für dieses arme Wesen gewesen sein musste. Und das schlimmste an dem ganzen? Sie und ihre Geschwister haben all das mit ansehen müssen. Nora konnte gleich nach dem Tot ihrer geliebten Schwester spüren, das die Bindung die sie hatten gekappt worden war. Das Band das einst dort war, war weg. Nichts mehr an dem sie sich hätte festhalten können. Und von da an, war nichts mehr wie es nur knapp 1 Jahr zuvor gewesen ist. Die eigentlich doch glückliche Familie zerbrach unmittelbar nach der Tat ihres Vaters. Die Polizei nahm die Eltern fest und die Geschwister wurden getrennt. Nora blieb mit ihrer jüngeren Schwester zusammen und sie kamen zu ihrer Tante und ihrem Onkel [Väterlicherseits] die in Las Vegas zu Hause waren. Eine Umstellung für die Kinder, aber besser als in einem Heim zu landen. Glücklicherweise hatte das Ellington Pärchen keinerlei Kinder, weshalb sie die beiden umso herzlicher in ihre Arme schloss... Monate nachdem Nora nun bei ihren Verwandten untergekommen war, stellte sich heraus, das sie ein Trauma von jenem Tag in sich trug. Und so kam es das die gerade 6 Jährige zu einem Therapeuten geschleift wurde. Und ihr Interesse an der menschlichen Psyche wurde geweckt. Das Trauma wich der Neugier, weshalb Nora bei ihrer Tante weiterhin darauf bestand zu Dr. Evans gehen zu dürfen da er ihr wirklich viel geholfen hat und ihr immens viel beigebracht hatte. Tatsächlich war Nora bis zum Alter von 12 Jahren bei ihm in Behandlung. Mit der Zeit aber war all das keine Behandlung mehr, sondern eher so etwas wie eine Schulung. Er hatte ihr viel mit auf dem Weg gegeben. Es galt nur diesen Weg, auch weiterhin zu verfolgen um irgendwann einmal Psychologin werden zu können. In der Schule war Nora also das was man als Streber oder Nerd bezeichnen würde. Die Highschool mit Bestnoten absolviert, hat es aber für nicht ganz für ein Stipendium gereicht. Viele Tränen hat sie deswegen vergossen, denn sie wusste nicht wie sie das nun mit dem College anstellen sollte, da sie um jeden Preis Psychologie studieren wollte. Jedoch kam die Rettung schneller als erwartet und ihr Onkel, der mittlerweile für sie wie ein Vater war, hatte einen Kredit für sie aufgenommen. Und Nora war dankbar, so sehr das sie den eigentlich geschenkten Kredit zumindest zur Hälfte zurück zahlen würde. Denn sie wollte ihre Verwandten nicht ausnehmen und sie waren eben auch nicht die reichsten Menschen. Ein Deal auf den sich ihr Onkel eingelassen hatte. Mittlerweile hat sie auch ihr College absolviert und hat den Master der Psychologie in allen Bereichen in der Tasche. Nun arbeitet sie vorerst im Krankenhaus als Psychologin, ehe sie sich irgendwann den Traum von einer eigenen Praxis erfüllen kann. Hier und da arbeitet sie natürlich auch, nicht immer auf ganz legalem weg, da sie auf jeden Cent angewiesen ist und auch benötigt. So stellt sie Gutachten aus, die entweder für oder gegen eine Person sprechen, besonders im Bereich eines Arbeitgebers, oder aber sie analysiert das Menschliche Verhalten für eine Person, die eine nicht ganz so weiße Weste hat, wie sie vermutlich sollte. So aber kann Nora sich gut über Wasser halten und sich auch eine kleine Wohnung finanzieren. Sie selbst ist mittlerweile Unabhängig und hat Spaß an dem was sie tut. Nur merkt sie auch heute oft noch den schmerz über den Verlust ihrer Zwillingsschwester, aber dieser schmerz wird wohl nie vergehen. Auch vermisst sie ihre anderen Geschwister, doch bisher war sie ohne Erfolg auf der Suche nach ihnen. Aber sie ist sich sicher, eines Tages wird sie alle wiedersehen!

Während der Vietnamkrieg vielen Soldaten das Leben kostete, wurde Nathanael in der Nacht vom 09.11. auf den 10.11.1965 in einem Teil Nordamerikas geboren, welcher Tag es genau war, bleibt wohl ein Rätsel. In der Nacht gab es einen Stromausfall, seine Geburt fand daher unter dem Schein des Vollmondes statt als wäre dies schon der Grundstein für sein weiteres Leben. Erst später wurde sie dokumentiert, da die Familie auf Reisen war. Nathanael stammt aus einer Reihe von stolzen und wohlhabenden Rumänen, die dennoch durch das Land zogen und durch allerlei Betrügerischer Maßnahmen an ihr Geld kamen. So genannte Zigeuner, wie man im Volksmund sagt. Erst Jahre später fassten sie Fuß und ließen sich in Clark County, im Staate Nevada nieder. Doch nicht um ein Casino, Hotel oder Restaurant zu eröffnen. Nein, sie fingen langsam an in alle Richtungen Kontakte zu knüpfen, während sie in den unterschiedlichsten Firmen, Hotels etc. ihrer Arbeit nachgingen und ihr Geld weiter investierten u. a. um an Informationen zu gelangen oder den Schein zu wahren, wenn es sein musste. Dies ging über Jahre so, während Nathanaels Mutter ihn streng erzog und ihm weitestgehend selbst unterrichtete. Erst später trat er einer der Schulformen bei, erreichte einen bemerkenswerten Abschluss und studierte Wirtschaft. Nebenher arbeitete er unter Leitung seiner verbliebenen Familie und lernte all das was sie sich in all den Jahren aufgebaut hatten. Im Verlauf seines Lebens infiltrierte er den privaten Sektor und es gab kaum eine Industrie, die außerhalb seiner Reichweite, einschließlich Technologie, Transport-, Kommunikations-, und Pharma war. Schließlich verkaufte er nicht nur Geheimnisse, sondern startete auch kleine Kriege zwischen Personen die ihm sich nicht als nützlich erwiesen, er passte alles seinen Bedürfnissen an. Er wurde als "Concierge of Crime" bekannt, da er die Fähigkeit besitzt, Angebote zwischen den verschiedenen Schwarzmärkten zu arrangieren. Was er sich immer etwas kosten lässt. Nathanael stellt sich meist als Nathan vor, nur seine wenigen Freunde dürfen ihn Nate nennen. Er verfügt über einen exquisiten Geschmack und hat in seinem Keller eigens einen Raum eingerichtet, in denen er nicht nur ‚verloren‘ geglaubte Kunstwerke ausstellt. Seine erste Ehefrau verstarb unter mysteriösen Umständen nach der Geburt seines ersten Kindes, welches er fortan, unter einem anderen Namen, bei einem seiner damaligen engsten Freunde, ließ. So wuchs sie dort, außerhalb Nevadas in einer eher schlichten Umgebung, auf. Sie sollte nicht auch noch ins Visier anderer geraten. Nach einer etwas längeren Reise, die er nicht außer Acht lassen konnte, bekam er mitgeteilt, dass das Haus seines Freundes einem Feuer erlegen war und dabei nicht nur dessen Familie, sondern auch seine Tochter verstarb. Von diesem Tag an, änderte sich alles und neue Spielregeln wurden aufgestellt. Erst viele Jahre später, tauchten Informationen auf bezüglich der damaligen Vorkommnisse, seine Tochter, wenn sie es denn war, sollte Leben. Er suchte keinen Kontakt sondern finanzierte über Jahre ihre Ausbildung und verfolgte ihren weiteren Lebensweg, er stellte sogar jemanden ein, der ihr Nahe sein sollte. Doch war dies für seinen persönlichen Geschmack einfach zu nahe. ….daher beschloss er nun, nach etlichen Jahren in ihr Leben zu treten. Noch immer nicht zu hundert Prozent wissend ob sie auch wirklich seine Tochter ist.

„Schatz, wir sind schwanger! Schwanger!“ Er wiederholte das Wort in überschwänglicher Euphorie, konnte es kaum glauben, und hob seine Frau vor Freude kurzzeitig von den Füßen. Atticus Wynters blaue Augen hinter stets leicht verschmierten Brillengläsern funkelten, seine Frau hingegen – eine zierliche kleine blonde Person – wirkte beinahe wütend ob dieser (wenig überraschenden) Neuigkeit. „Zum vierten Mal schon – der einzige Grund, warum ich dich nicht umbringe, ist, dass man es als alleinerziehendes Elternteil wirklich schwer hat.“ Doch der Schalk blitzte in ihrem Blick und verriet, dass sie die Gefühle ihres Mannes teilte. „Vielleicht sind es ja Zwillinge“, mutmaßte Atticus mit einem schlecht unterdrückten Grinsen. Daphnes Augen weiteten sich. „Du lässt dich sterilisieren, mein Lieber.“ Mancos, Montezuma County, Colorado – es scheint, als könne kein Wässerchen den idyllischen Frieden der Kleinstadt trüben. Umgeben von Bergen und neben dem Mancos River gelegen, wuchs Lorelai in der hübschen, beschaulichen Stadt auf. Ihr Vater Atticus unterrichtet Englisch und Chemie an einer Highschool im nahe gelegenen Ort Farmington (New Mexiko), ihre Mom ist dem Familienbetrieb treu geblieben und verkauft frisches Obst und Gemüse von den Feldern ihres Vaters. Wohl behütet, in einem einfachen, doch glücklichen Leben war Lorelai tatsächlich das, was man gemeinhin als Landei bezeichnet – wenig Ahnung von dem Trubel und der Hektik von Großstädten, wie auch ihren zahlreichen Möglichkeiten. Vor Lorelai kamen ihre drei Geschwister auf die Welt – Henry, Charlotte und Orlando. Bei denen hatte Daphne Wynter es eigentlich belassen wollen, Lorelai durchkreuzte diesen Plan. Sie besuchte später dieselbe Schule, an der auch ihr Vater unterrichtete, zusammen mit einigen gleichaltrigen Kindern aus Mancos – darunter Nolan Pierce. „Hey, Lore!“ Die Brünette, die gerade in ihrem Spind herumgekramt hatte, blickte auf. „Oh, hi Jordan. Kommst du mit zum Essen? Ich bin nicht sicher, ob ich gehen soll – ich könnte schwören, dass sich der Hackbraten letzte Woche bewegt hat.“ Sie schauderte, aber ihr angewiderter Gesichtsausdruck wich wenige Sekunden später einem Lächeln. „Erzähl, was gibt’s Neues?“ Jordan hakte sich bei ihr unter und flüsterte verschwörerisch: „Ich hab‘ gerade Nolan mit dieser komischen Kuh aus Englisch gesehen. Wie heißt die nochmal, Domina?“ „Romina“, korrigierte Lorelai, ein Kichern unterdrückend. „Ja, und weiter?“ „Uuuund…“, meinte Jordan und sah sie an, als sie etwas schwer von Begriff. „Was sagst du dazu?“ Sie erntete lediglich ein Schulterzucken von Lorelais Seite, die jedoch merklich weniger fröhlich wirkte als vor zwei Minuten. „Was soll ich dazu sagen? Nolan kann machen, was er will. Wir sind ja nichtmal richtige Freunde – wenn er seinen Mund bewegt, will ich ihn in 50% der Fälle umbringen. Die anderen 50% kratzen an der Toleranzschwelle. Also, was habe ich damit zutun, wann er welchem Mädchen seine Zunge in den Hals schiebt?“ Jordan konnte sie mit dieser Rede nicht täuschen. „Gib’s doch zu, du wärst nur zu gern Mrs. Pierce“, sagte sie. „Ich warte nur darauf, dass du nachgibst. So wie alle anderen übrigens auch, Nolan inklusive. Hey, es läuft eine Wette, also such dir bitte den Tag aus, auf den ich gesetzt habe, okay?“ Der besagte Tag kam tatsächlich – nach all den Jahren der Hassfreundschaft wurde aus Nolan und Lorelai ein Paar. Nach dem Schulabschluss wussten beide nicht so recht, was sie machen wollten – der Plan war, zusammen durch die Staaten zu fahren und sich alles anzusehen, was sie konnten, bevor es in den Alltag eines Studiums oder der Arbeit ging. Gerade wegen Nolans Freiheitsdrang und seiner doch eher unkonventionellen Art überraschte es jeden, dass er Lorelai einen Heiratsantrag machte. Ganz Mancos war sich einig, dass die beiden viel zu jung dafür waren – doch die Vorstellung, gemeinsam durchzubrennen und dem beschränkten Horizont ihrer Kleinstadt zu entkommen, gefiel sowohl Lorelai als auch Nolan – zumal ihre Heirat vermutlich der größte ‚Skandal‘ war, den Mancos in den letzten fünf Jahren erlebt hatte, fanden sie es eigentlich ganz amüsant, Staub aufzuwirbeln und einmal das Gespräch der Stadt zu sein. Die Hochzeit sollte klein und romantisch werden – eine intime Zeremonie in der Natur, Lore in einem weißen Kleid im Bohemian-Stil. Und danach hatten sie sofort aufbrechen wollen – raus, in die Freiheit und alles erkunden, was die Staaten ihnen bieten konnten. Doch zu ihrer Reise sollte es nie kommen: am Tag ihrer Hochzeit bekam Nolan kalte Füße. Lore kam eine Viertelstunde zu spät in die Kirche, nur um festzustellen, dass am Altar niemand auf sie wartete. Nolan war zu diesem Zeitpunkt bereits ins Auto gestiegen und Hals über Kopf abgehauen. Lore war am Boden zerstört, verweilte gedemütigt und tief verletzt zwei weitere Monate bei ihrer Familie in Mancos, half ihrer Mom am Stand – bis sie beschloss, dass es genug war. Wenn Nolan ohne sie gehen konnte, dann brauchte sie ihn auch nicht. Eher zufällig führte ihr Weg sie nach Las Vegas, Nevada. Mit dem angesparten Geld führte sie ein paar Wochen lang ein Leben voller Hedonismus; Partys, Casino-Nächte, tagsüber auf dem Strip flanieren. Schnell fiel ihr auf, dass eine solche Existenz sie nicht erfüllte, zudem ging das Geld rasch zur Neige – also hielt Lore sich vor allem mit Kellner- und Barkeeperjobs über Wasser, bis sie den Mut fasste, ein eigenes Geschäft zu gründen. Über die Jahre hat Lorelai sich vom unerfahrenen Smalltown-Girl zu einer erfolgreichen, selbstbewussten Geschäftsfrau gemausert. Ein Studienkredit gewährte ihr Zugang zu der lokalen Uni. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss in PR & Kommunikationswissenschaften leitet sie inzwischen voller Stolz ihre eigene Agentur, die sie gemeinsam mit einer ehemaligen Kommilitonin aufgebaut hat.

Andrews Geburt markierte einen Wendepunkt im Leben seiner Eltern. Endlich hatten sie einen Stammhalter, der den berühmten und berüchtigten Familiennamen Adams weiterführen konnte. Schon Andrews Vater und Mutter waren beide in der Politik tätig - sein Vater war sogar vor ihm Senator von Nevada. Die Familie Adams nahm schon immer hohe Ränge innerhalb der traditionell eingestellten Republikaner ein. Ob dies tatsächlich auch seinen eigenen Überzeugungen entsprach, stellte Andrew nie infrage, da ihm seine Erziehung genau diese Werte eintrichterte. Seine Eltern legten großen Wert auf eine allumfassende Ausbildung ihres einzigen Sohnes, welche neben einer sündhaft teuren Privatschule auch private Nachhilfe-, Klavier-, Reit- und Tanzlehrer beinhaltete. Zeit zum Spielen mit Gleichaltrigen hatte Andrew aufgrund seiner vollgepackten Tage kaum, statt Partys besuchte er in seiner Jugendzeit Ferienkurse und wurde von seinem Vater wichtigen Politikern vorgestellt. Schon früh genoss er das Gefühl von Macht. Im Kindergarten organisierte er die Schlange vor der Rutsche, in der Schule wurde er jedes Jahr als Klassen- und später sogar als Schulsprecher gewählt und bereits in seiner Jugend begann er, sich politisch zu engagieren. Um auf der Karriereleiter weiter nach oben zu steigen, war ihm jedes Mittel recht und nichts heilig. Er bestach und betrog, wo es nur ging und präsentierte sich gleichzeitig jederzeit als volksnah und gerecht. Nach einem abgeschlossenen Politikwissenschaftsstudium heiratete er recht früh in eine der reichsten Familien Amerikas ein, nachdem er deren einzige Tochter manipuliert und verführt hatte. Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, machten das Eheglück perfekt. Wobei... Glück? Wohl kaum. Schon wenige Tage nach der Hochzeit begann Andrew seine erste Affäre. Auch heute führt er diese Tradition fort, selbst wenn er es mittlerweile noch deutlich diskreter tun muss. Schon des öfteren zahlten seine Anwälte Unsummen an Schweigegeld an verschiedene Frauen. Außerdem wäre da noch die Kleinigkeit, dass seine erste Ehefrau vor nunmehr zehn Jahren verstorben ist und er seine Kinder seitdem allein aufzieht. Offiziell starb seine Frau bei einem Autounfall, der durch eine rutschige Straße verursacht wurde. Was Andrew jedoch insgeheim seither schrecklich plagt und Schuldgefühle in ihm auslöst ist die Tatsache, dass sie in Wahrheit Suizid beging und bewusst gegen einen Baum fuhr. Da das natürlich überhaupt nicht in die Welt der glanzvollen High Society passt, wird es vertuscht, selbst vor der Familie seiner verstorbenen Frau. Nach einer angemessenen Trauerzeit von fünf Jahren ehelichte er die nächste Frau - natürlich ebenfalls eine junge Dame aus überaus gutem Hause und mit vielversprechendem Namen. Schließlich braucht er jemanden, den er zu offiziellen Anlässen vorzeigen kann. Auch Ehefrau Nummer zwei betrügt er allerdings weiterhin und trotz all seiner Vertuschungsversuche ahnt sie wohl schon länger etwas. Jetzt allerdings hat er erstmal noch ein anderes Ziel, auf das er sich konzentrieren will, nein, muss: Er möchte Präsident der Vereinigten Staaten werden. Ist er wegen all dem ein schlechter Mensch? Vielleicht. Aber nichts ist nur schwarz oder weiß, und so hat auch der charmante Politiker seine guten Seiten.

Recommended articles