Das gab es noch nie! Alexander Zverev schreibt bei den US Open Tennisgeschichte und jagt seinem großen Traum nach | SPOX

Das gab es noch nie! Alexander Zverev schreibt bei den US Open Tennisgeschichte und jagt seinem großen Traum nach | SPOX

Alexander Zverev geht als historische "Nummer eins" in die US Open und hat eine große Chance auf seinen zweiten Majortitel. Boris Becker spürt allerdings eine Gefahr.

Der lockere Aufgalopp fiel kürzer aus als erhofft. Nichts war es für Alexander Zverev mit einem erfolgreichen Mixed-Turnier bei den US Open - also widmete sich der French-Open-Sieger schnell wieder seinem Hauptbusiness. Zverev schnappte sich Novak Djokovic und ließ im intensiven Einzeltraining den Schweiß nur so fließen.

Schalter umlegen und in seinen speziellen Grand-Slam-Modus finden - das ist der Plan für den 29 Jahre alten Hamburger, bevor das letzte Majorevent der Saison am Sonntag startet. Das Erfolgsrezept ist für Sky- und RTL -Experte Patrik Kühnen klar: "Er hat die French Open mit Offensive und Mut gewonnen. Das braucht es auch bei den US Open."

Wie groß seine Chancen in New York sind, zeigt schon seine Position in der Setzliste: Der Olympiasieger von Tokio thront erstmals an Position eins, obwohl er es bisher in seiner Karriere nicht an die Spitze der Weltrangliste geschafft hat. Damit schreibt Zverev sogar vor Beginn des letzten Majors des Jahres Tennis-Geschichte.

Seit Einführung der ATP-Weltrangliste hat es einen solchen Vorgang nicht gegeben. Denn eigentlich steht Jannik Sinner klar an der Spitze, kann aber in der pulsierenden US-Metropole aufgrund von Knieproblemen nicht aufschlagen. Dafür ist Carlos Alcaraz nach langwieriger Handgelenkverletzung zurück - aber in welcher Verfassung?

Zverev, der sich am 7. Juni in Paris bei seinem Finaltriumph auf dem Court Philippe Chatrier von der großen Last des so ersehnten ersten Grand-Slam-Siegs befreit hat , rückt damit auf den Hartplätzen in Flushing Meadows zwangsläufig erneut in das Zentrum der Anwärter. Daran ändern auch durchwachsene Vorbereitungsturniere in Montréal und Cincinnati nichts.

Denn er hat gerade in dieser Saison bewiesen, dass er auf Major-Terrain ein anderer Spieler sein kann. Mit seiner außergewöhnlichen körperlichen Konstitution und enormem Fokus war er im Modus Best-of-five nur sehr schwer zu schlagen in Melbourne und zuletzt im Finale von Wimbledon. In Paris schaffte es keiner - das ist auch Zverevs Hoffnung für New York, wo er 2020 schon einmal im Finale stand. Gelingt dies wieder, würde er ganz nebenbei den aktuellen Abstand von mehr als 5000 Punkten in der Weltrangliste auf Sinner deutlich verkürzen.

"Ich habe noch ein Ziel, das ich nicht erreicht habe: die Nummer eins der Welt", sagte Zverev zuletzt häufiger. Spukt ihm nun die Chance zu sehr im Kopf herum? Boris Becker hat zumindest eine gewisse Sorge nach den bisherigen Auftritten der deutschen Nummer eins auf dem Hardcourt-Swing.

"Ich will es nicht zu laut betonen. Aber das erinnert mich so ein bisschen an das Frühjahr letztes Jahr", sagte der sechsmalige Grand-Slam-Champion in seinem Podcast mit Andrea Petkovic: "Als er nach dem Finale in Melbourne und der Dopingsperre von Sinner wirklich drei, vier Monate große Chancen hatte, Sinner deutlich näher zu kommen. Es passierte fast die schlechteste Phase seiner Tenniskarriere."

Er drücke "alle Daumen", spüre aber, dass sich Zverev "vielleicht zu viel Druck" mache aufgrund einer "unglaublichen Chance", fügte Becker an. Diesen Eindruck muss und will der Paris-Champion widerlegen. Ab Sonntag in New York.

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