Am Tag nach dem Derbysieg hat sich Atletico Madrid in einem Clip bei Social Media über Real Madrids Trainer Jose Mourinho lustig gemacht und gleichzeitig Kritik geübt.
Die Rojiblancos teilten auf ihren Kanälen ein Video von einem Drucker, aus dem ein Papier mit der Aufschrift "Schluss mit Schiedsrichter-Belästigung" herauskommt. Ebenfalls darauf ist der Portugiese zu sehen, wie er bei der Pressekonferenz im Anschluss an die 1:2-Pleite seiner Mannschaft einen Zettel mit zwei Szenen des Spiels von Sonntag in der rechten Hand hält.
Der Vorfall ereignete sich tatsächlich am Sonntag, als Mourinho sichtlich bedient scharfe Kritik an Schiedsrichter Schiedsrichter Miguel Angel Ortiz Arias geübt hatte. Auf dem Blatt waren zwei Screenshots zu sehen, die beweisen sollten, dass der Unparteiische die Königlichen mit zwei Fehlentscheidungen benachteiligt hatte. "Die Geschichte der Partie ist hier", sagte "The Special One" im Zuge der Präsentation des Zettels.
In beiden Szenen hätte Atletico seiner Meinung nach mit einem Platzverweis bestraft werden müssen. "Die Fouls von Kang-in Lee und Romero an Valverde und Bellingham waren klare Rote Karten!", sagte Mourinho zähneknirschend und deutete kurzerhand eine Verschwörungserzählung an: "Herr Trujillo, der VAR-Schiedsrichter, der den Schiedsrichter nicht dazu aufgefordert hat, sich die Situation um Kang-in Lees Rote Karte noch einmal anzusehen, hat eine sehr merkwürdige Geschichte mit Real Madrid", sagte er und ergänzte: "Was den armen Schiedsrichter Ortiz betrifft, ist klar, dass er dem Druck in Spielen dieser Art nicht gewachsen ist. Er hat nicht die Erfahrung, um ein Derby zu leiten." Die Schuld gab er dem Auswahlkomitee. "Es war alles sehr seltsam."
Atletico Madrids Trainer Diego Simeone konterte: "Wir müssen vorsichtig mit dem sein, was wir sagen und müssen wissen, wie man anderen Respekt entgegenbringt. Wenn jemand diese Grenze des Respekts überschreitet, ist das gefährlich – ganz gleich, ob man Mourinho, Flick oder Simeone heißt. Wir sollten diese Grenze niemals überschreiten." Die spanische Presse bewertete den kontroversen Auftritt des Real-Trainers in großen Teilen als lächerlich. Die Marca schrieb indes von der Rückkehr des "altbekannten Mourinhos".
Atleticos Video-Spitze gegen Mourinho ist derweil auch als Kritik zu verstehen. Real hatte in der Vergangenheit schon häufiger die Schuld für Niederlagen bei den Schiedsrichtern gesucht und allen voran über den vereinseigenen Kanal fragwürdige Aussagen getätigt . So auch im Zuge der Niederlage gegen den Stadtrivalen. "Entweder irrt sich Ortiz Arias absichtlich, oder er ist ein Feigling ohne Ehrlichkeit und Professionalität“, hieß es bei RMTV zu besagten Szenen, wie die Zeitung AS zitierte.
Geht es nach Mourinho, stellte das Schiedsrichtergespann die Partie mit seinen Entscheidungen auf den Kopf. "Das Spiel hätte für 50 Minuten zu elf gegen neun werden müssen, aber stattdessen wurde es elf gegen zehn gegen uns", sagte er. In Minute 52 war Atletico dank eines Elfmeters von Alejandro Grimaldo in Führung gegangen, nachdem Real-Verteidiger Dean Huijsen wenige Augenblicke zuvor mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen worden war.
Das hitzige Derby war bereits nach der ersten Halbzeit eskaliert, als Spieler und Trainer beider Mannschaften, unter ihnen Ex-Nationalspieler Antonio Rüdiger, auf dem Weg in die Kabine aneinandergeraten waren.
Für Real war es bereits die zweite Saisonniederlage nach sieben Spieltagen, weshalb die Blancos nur auf Platz vier in die XXL-Länderspielpause gehen. An der Spitze grüßt der FC Barcelona mit sieben Siegen, gefolgt von Atletico mit bereits fünf Punkten weniger auf dem Konto.