Frauen in MINT -Berufen – wieso ist uns das einen Blog-Beitrag wert? Weil sie immer noch einen Seltenheitswert haben. Wir haben gefragt, warum das so ist und wie sich das ändern lässt. Fünf NORD-Kolleginnen geben Einblick in ihre persönliche „MINT-Welt“.
Thurid bringt alle Fäden zusammen, um NORD im Ernstfall handlungsfähig zu halten.
Dafür nutzt sie ihre größte Stärke: Sie ist Kommunikationstalent und Netzwerkerin. So kam sie als Immobilienkauffrau, Wirtschaftspsychologin und Betriebswirtin in die IT eines Antriebsherstellers – heute arbeitet sie dort im Team Business Continuity und Enterprise Architecture Management. Sie und ihre Kollegen entwickeln Notfallkonzepte und Wiederanlaufpläne, mit denen NORD im Krisenfall – etwa bei einem Ransomware-Angriff – handlungsfähig bleibt. Dafür wird das Wissen aus IT, Produktion und Fachbereichen der unterschiedlichen Standorte gebündelt.
„Ich habe bei NORD als Werkstudentin mit den Fachbereichen IT und Supply Chain Management meine Masterarbeit über effektive Strategien zur Bewältigung von Materialvorausplanung geschrieben. Währenddessen kam irgendwann die Frage auf: Was machst du eigentlich nach dem Studium? Ich fand NORD als Arbeitgeber superinteressant und wollte nach meinem Abschluss gerne im Unternehmen bleiben. Damals hatte ich von der IT aber eher das Bild, dass dort vor allem programmiert wird und man viel mit Hard- und Software zu tun hat. Mir war bis zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass IT sehr viel mehr sein kann – unter anderem meine heutige Stelle. Wenn ich nicht durch mein Praktikum bei NORD in die IT gekommen wäre, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mich in dieser zu bewerben. Erst durch die eigene Erfahrung ist mir richtig bewusst geworden, wie vielseitig der Bereich sein kann. Genau das sollten wir Frauen in MINT-Berufen besser vermitteln: dass dort so viel mehr Möglichkeiten bestehen, als man auf den ersten Blick damit verbindet.“
Laura ist treibende Kraft in der Prozess- und Organisationsentwicklung. Die Wirtschaftspsychologin beschäftigt sich im Team Prozess- und Organisationsentwicklung mit den sozialen Perspektiven der Nachhaltigkeitsarbeit. Dazu gehört neben der Förderung der Mitarbeitenden auch die Diversität. Im Falle eines Maschinenbauunternehmens wie NORD bedeutet das vor allem eine gezieltere Ansprache von Frauen für MINT-Jobs. Hier kann das Unternehmen schon Erfolge verzeichnen: Die Zahl junger Berufsanfängerinnen bei NORD steigt stetig.
„Frauen in der MINT-Welt sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Mir ist wichtig, dass wir Rollenbilder hinterfragen, gute Perspektiven sichtbar machen und Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht ihre Stärken bei NORD einbringen können.“
Milena sorgt dafür, dass aus Sonderkonfigurationen schnell und fehlerfrei SAP-Stücklisten werden.
Sie vermittelt kaufmännischen Kollegen in ihrem Team anschaulich ihr technisches Know-how. Die gebürtige Bulgarin studierte Maschinenbau, obwohl ihre Eltern eigentlich eine wirtschaftliche statt einer technischen Laufbahn für sie vorsahen. Direkt nach ihrem Studium kam sie Anfang der 2000er-Jahre in die Projektierung bei NORD. 2015 wechselte sie ins TOP.
„Ich war Anfang 20, als ich zu NORD kam. Ich stand vor zwei Herausforderungen: Ich war jung und hatte keine Berufserfahrung, sodass mein Wissen auf die Probe gestellt wurde, und ich war weiblich, was zu dieser Zeit eine Rarität in einem technischen Beruf war. Nach gut einem Monat durfte ich Schulungen übernehmen. Da war ich in einem Raum mit gestandenen Männern aus den Tochtergesellschaften, die mich heute auch um Unterstützung bitten. Obwohl sich die Bedingungen mit den Jahren verbessert haben, verstehe ich auch, dass es Frauen heute immer noch schwer bei der Jobsuche haben. Jung, unverheiratet und kinderlos als Klischees kommen nicht immer gut an, aber durchhalten lohnt sich. Ich bin heute ja nicht nur Maschinenbauingenieurin, ich bin auch Mama von drei Kindern und mir gelingt es sehr gut, alles in Balance zu halten. NORD unterstützt auf vielen Ebenen und hilft auch jungen Frauen, eine faire Chance beim Start in das Berufsleben zu erhalten.“
Carolin ist mitverantwortlich für die Entwicklung der NORD-Unternehmensstrategie und betreut die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Gruppe.
Die Enkeltochter des NORD-Gründers hatte sich eigentlich für die Finanzwelt entschieden, wo sie Studium und Berufsstart absolvierte. Nach einem Master-Studium in London wagte sie 2020 den Schritt zu ihrer größten Herausforderung: Sie startete im familieneigenen Unternehmen.
„Frauen genießen in MINT-Berufen bei Kollegen hohes Ansehen. Dennoch entscheiden sie sich oft bereits in der Schule gegen MINT-Fächer und gegen diesen Karriereweg. Ich bin mir sicher: Das Interesse ist da, aber in welche Berufszweige man dann starten kann, ist oft nicht bekannt. Hier müssen wir inspirieren und mit tollen Vorbildern zeigen, dass die MINT-Berufe spannend und vielfältig sind sowie zahlreiche Karrieremöglichkeiten bieten. Es gibt viele Initiativen, die Schülerinnen und Unternehmen zusammenbringen. Hier sind wir auch tätig und geben Einblicke in unsere Arbeit. Mich haben mein Großvater und meine Mutter sehr inspiriert. Ein Unternehmen im Maschinenbau zu dieser Konzerngröße zu entwickeln, war beeindruckend. Und ich habe mich verantwortlich gefühlt, meine Familie bei ihren großen Aufgaben zu unterstützen. Der Einstieg in das Familienunternehmen kam automatisch mit einer Erwartungshaltung mir gegenüber einher, der man begegnen muss. Dieser Herausforderung bin ich mir bewusst und habe gelernt, damit umzugehen.“
Esther und ihr Team führen NORD zu einem modernen Personalmanagement.
Dafür kommt ihr ihre langjährige Erfahrung aus unterschiedlichen internationalen HR-Management Positionen ihrer vorherigen Karrierestationen zugute. Der Umgang mit unterschiedlichen Arbeits- und Unternehmenskulturen hat sie stark geprägt, aber auch viele inspirierende männliche wie weibliche Führungskräfte, insbesondere was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Ihr großes Thema, das Hinterfragen von unbewussten Filtern.
„Frauen unterliegen einem Dilemma: Verhalten sie sich gesellschaftlich rollenkonform, fallen sie oft durch ein Raster, ihnen wird Führung nicht zugetraut. Treten sie stark auf, werden sie schnell negativ bewertet, von beiden Geschlechtern. Ich glaube, eine offene und moderne Führungskultur eröffnete hier Lösungsansätze. Muss eine Führungskraft heutzutage zwingend immer durchsetzungsstark sein? Oder sollte sie vielmehr die Fähigkeit haben, andere zu überzeugen und für ihre Ideen zu gewinnen? Wenn man die Gedanken in solche Bahnen lenkt, kommt man besser zueinander. Also, statt Stereotypen zu folgen, darauf schauen: Was braucht es in welcher Situation? Wo liegen komplementäre Stärken? Diese Unterschiede richtig lesen zu können und nicht über Shortcuts zu schnellen Einschätzungen zu kommen, wird ein Schlüssel sein, um weibliche Talente bei NORD besser zu identifizieren und weiterentwickeln zu können.“
Es gehört zu den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie 2030: NORD möchte den Frauenanteil in MINT-Berufen und seinen Führungspositionen erhöhen. Wie kann das gelingen? Das Unternehmen setzt dazu auf verschiedene Maßnahmen. Hier eine Auswahl:
MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Fachbereiche gelten als bedeutsam für wirtschaftliches Wachstum, Produktivität und Innovationsstärke. Die Nachwuchssicherung und das Schließen der „MINT-Lücke“ werden daher als elementar angesehen. Aktuell (Stand: 30. September 2025) fehlen laut MINT-Frühjahrsreport 2026 in Deutschland 133.900 MINT-Fachkräfte.
Wie hoch ist der Frauenanteil in MINT-Berufen? Laut dem MINT-Frühjahrsreport 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft sind rund 7,19 Millionen Beschäftigte im MINT-Bereich tätigt (Stand: 30. September 2025). Auch wenn die absolute Zahl der weiblichen Arbeitnehmer in diesem Bereich kontinuierlich wächst, ist ihr Anteil mit 16,5 Prozent nach wie vor sehr gering.
Wie hoch ist der Frauenanteil bei NORD? Bei NORD sind in Bargteheide insgesamt 226 Frauen beschäftigt. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigtenzahl liegt damit bei 20 Prozent. Das entspricht ziemlich genau dem Anteil in der gesamten NORD-Gruppe (1.033 Frauen; 20,15 Prozent. Auch wenn dieser Anteil branchenüblich ist, hat sich NORD innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie zu Ziel gesetzt, den Frauenanteil weiter zu steigern.